Russland-Verkauf: Ein erstes Abstrafen

Am ersten vollen Börsetag nach der Entscheidung von Aufsichtsrat und Vorstand wurde die Aktie unserer Immofinanz deutlich abgestraft und verlor knapp 3 Prozent an Wert.

https://www.wienerborse.at/news/apa-news-detail/?id=630812472

Uns wundert diese Reaktion der Anleger nicht, da auch wir erstens den Zeitpunkt für falsch halten, und zweitens eindeutig einen Spin-Off für die bessere Variante gehalten hätten.

Heute publizierte zudem die RCB ihr neues Kursziel für unser Unternehmen – auch hier wurde deutlich nach unten korrigiert: Von EUR 2,15 auf EUR 2,00 – mit der Empfehlung: „Reduzieren“:

http://www.boerse-express.com/cat/pages/2934942/fullstory

Das war kein guter Start. Allerdings schlechte Nachrichten mit Anlauf!

Verkauf Russland

Gestern beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat unserer Immofinanz den Verkauf des Russland-Portfolios an die russische Fort-Gruppe im Rahmen eines Share Deals.

https://www.immofinanz.com/de/investor-relations/meldungen/ad-hoc-meldungen/immofinanz-verkauft-einzelhandelsportfolio-moskau-an-fort-group/ID13429

Wir halten sowohl Vorgangsweise (Verkauf anstelle von Spin-Off ) als auch Verkaufspreis für nicht gut und erinnern daran, dass der Buchwert der Immobilien noch vor kurzem 1,7 Milliarden Euro betrug. Der nun erlöste Verkaufsbetrag von deutlich unter einer Milliarde liegt weit darunter.  Der Verkauf erfolgte auch unterhalb des aktuellen Buchwerts.

Wir befürchten, dass der Verkauf zu einem für unsere Immofinanz sehr ungünstigen Zeitpunkt erfolgte.

So sehr wir das Management von Dr. Schumy in letzter Zeit gelobt haben – diese Entscheidung halten wir für falsch.

Intensiver Roadshow-Herbst

Sieht man sich den Kalender unserer Immofinanz an, geht auch die zweite Herbsthälfte Herbst mit zahlreichen Kapitalmarktkommunikationsevents weiter. Nachdem wir das in der unrühmlichen Ära von Alt-CEO Zehetner und auch zu Beginn der Schumy-Ära mehrmals – aus unserer Sicht sicherlich zurecht – kritisieren mussten, hat sich das Blatt mittlerweile deutlich gewendet. Mit dieser Frequenz sind wir angesichts der großen bevorstehenden Entscheidungen (CA-Immo und Russland) wirklich zufrieden.

Als kleine Aktionärsgruppe hoffen wir nur, dass wir in der Kommunikation stets den gleichen Informationsstand wie institutionelle Investoren haben – aber davon gehen wir aus.

 

Der BUWOG-Prozess

Am 12. Dezember startet der BUWOG-Strafprozess gegen KHG und Co. Abgesehen von der nun zu prüfenden rechtlichen Thematik  war der damalige Sieg des Konsortiums aus Immofinanz und RLB Oberösterreich ein hervorragendes Geschäft für das Unternehmen und uns Aktionäre: Der Buchwert der Immobilien ist regelrecht explodiert.  Getrübt ist das Ganze allerdings durch den von Alt-CEO Zehetner durchgeführten Spin-Off, der auch Ausgangspunkt unserer Aktivitäten war.

Die BUWOG selbst, an der unsere Immofinanz nun nur noch minimal beteiligt ist, performt weiter gut und ist nach wie vor  erfolgreicher unterwegs als ihre ehemalige Mutter. Im Unterschied zur „alten“ Immofinanz inkl BUWOG findet sich derzeit allerdings keines der beiden Unternehmen im ATX-five wieder.

Wir werden den kommenden Prozess jedenfalls beobachten und berichten, sollten sich Implikationen für die aktuelle Gesellschaft ergeben.

Gewinn-Messe: Statements Dr. Schumy

CEO Schumy absolvierte Ende letzter Woche einen Auftritt im Rahmen der Gewinn-Messe, bei der wir auch zugegen waren.

http://boerse-social.com/2017/10/20/inbox_immofinanz-ceo_schumy_abgabe_des_moskauer_portfolios_ist_schritt_eins_die_ca_immo_nachster_schritt

Insgesamt gab es leider keinerlei weitere Hinweise bezüglich der Abtrennung des Russland-Portfolios – lediglich der Zeitplan („Ende des Jahres“) wurde noch einmal betont. Leider gab es auch keinerlei Signale, wonach ein Spin-Off als weitere Möglichkeit in Betracht gezogen wird. Wir wiederholen daher an dieser Stelle unseren Appell, diese Option ernsthaft zu diskutieren.

 

Russland-Verkauf (2) – Warum kein Spin-Off?

Ende letzter Woche machten Gerüchte die Runde, wonach unsere Immofinanz in Verkaufsgesprächen für das Russland-Portfolio sei. Bestätigt wurde letztlich ein konkreter Kaufinteressent.

Einmal mehr möchten wir an dieser Stelle deponieren, dass ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt wohl nicht das Optimum für die Aktionäre darstellt. Ein derartig massiver Abschlag auf den Buchwert wirkt sich mit Sicherheit negativ aus.

Wir verstehen das schon allein deshalb nicht, weil es mit einem Spin-Off ja eine Alternative gäbe, die dem Aktionär wirkliche Wahlfreiheit lässt. Und ganz im Unterschied zum aus unserer Sicht damals falschen BUWOG-Spin Off würde ein Spin off hier Sinn machen:

  1. Der Aktionär wäre nicht gezwungen, jetzt in den mehr als sauren Apfel eines deutlich unterpreisigen Verkaufes zu beißen.
  2. Man hätte eine saubere Trennung zwischen einer präzise und eher konservativ positionierten Immofinanz und einem spekulativem Russland-Papier. Jeder Aktionär kann sich entscheiden, ob er das spekulative Papier behält oder veräußert.

Wir appellieren an die Großaktionäre, insbesondere an Dr. Fries, Ihre Marktmacht dafür einzusetzen, dass ein Spin-Off in die Überlegungen mit einbezogen wird.

Russland-Verkauf fast fix?

Mehrere Medien berichteten gestern Abend, dass der schon sehr lange Angekündigte Verkauf des Russland-Portfolios nun fast unter Dach und Fach sei.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/unternehmen/5297031/RusslandDeal-der-Immofinanz-fast-fix

http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/russlandgeschaefte-immofinanz-vor-verkauf-von-einkaufszentren/20415114.html

Demnach ist die Immofinanz mit zumindest einem Bietern in „fortgeschrittenen Gesprächen“.

Leider scheint es, als würden sich unsere hier immer wieder artikulierten Befürchtungen bewahrheiten, dass mit einem gigantischen Abschlag vom Buchwert gerechnet werden muss.

Aktuell steht das Portfolio mit rund 980 Millionen Euro in den Büchern.  Die kolportierten Angebote sollen sich aber lediglich auf rund 800 Millionen Euro belaufen.

Die ganze Dramatik wird deutlich, wenn man sich die letzten von Alt-CEO Zehetner verantworteten Buchwerte ansieht. Von den damaligen rund 1.7 Milliarden Euro wäre man bei mehr als einer Halbierung des Buchwertes und einem nahezu unfassbaren Abschlag von 900 Millionen EURO. !!!

Wir rufen an dieser Stelle wieder unsere damaligen Beiträge in Erinnerung, in denen wir bereits damals vor drohenden riesigen Abschlägen gewarnt haben.

Wir sind auf weitere Details gespannt und halten Sie auf dem Laufenden.

Kursziele – vorsichtiger Trend nach oben hält an

Die leichte Aufwärtsentwicklung bei den Kurszielen hält weiter an.

Die Erste Bank – bislang allerdings ohnehin optimistischer als andere – hob ihr Kursziel an: von EUR 2.1 auf EUR 2.4 – Logische Empfehlung bei einem derzeitigen Kurs von 2,18 Akkummulieren.

http://www.boerse-express.com/cat/pages/2927524/fullstory

Aus unserer Sicht ist das kein Ausreißer, denn es wurden in den letzten Monaten einige Kurzziele angehoben, worüber wir natürlich auch berichtet haben. Allerdings besteht natürlich noch deutlich Luft nach oben – schon alleine, wenn man sich den nach wie vor großen Abschlag vom NAV ansieht.

 

 

Wandelschuldverschreibung 2018

am 20. September lud unsere Immofinanz Inhaber von Wandelanleihen 2018, diese in Immofinanz-Aktien (und BUWOG-Aktien zu tauschen)

https://www.immofinanz.com/de/investor-relations/meldungen/ad-hoc-meldungen/immofinanz-ag-laedt-inhaber-der-eur-515-1-mio-derzeit-ausstehend-eur-287-3-mio-wandelschuldverschreibung-2018-zur-abgabe-incentivierter-wandlungserklaerungen-ein/ID13383

Heute früh veröffentlichte unsere Immofinanz dann eine Zustimmungsrate von vorläufig 80 Prozent.

https://www.immofinanz.com/de/investor-relations/meldungen/corporate-news/immofinanz-ag-gibt-annahmequote-von-vorlaeufig-mehr-als-80-des-ausstaendigen-volumens-der-wandelschuldverschreibung-2018-im-rahmen-der-incentivierten-wandlungseinladung-bekannt/ID13387

Das ist aus unserer Sicht ein akzeptables Ergebnis. Dieses Signal ist kein Grund für Euphorie. Aber es entspricht den Erwartungen und wird von uns als zufriedenstellend gewertet.

 

Schumy-Interview

Dem Magazin „Börse Social“ stand CEO Schumy Rede und Antwort. Aus unserer Sicht lesenswert!

http://www.boerse-social.com/2017/09/18/immofinanz_schumys_plan_1

Über weite Strecken teilen wir die Aussagen von Dr. Schumy. Etwa lobt er sich zurecht für Strukturreformen innerhalb unserer Immofinanz (Stichwort Finanzierungsrestrukturierung). Auch teilen wir die Freude, dass der Kurs zuletzt etwas nach oben ging, wenngleich wir immer noch meilenweit vom NAV entfernt sind.

Allerdings hätte Dr. Schumy unseres Erachtens unbedingt zu den zuletzt kolportierten Berichten, wonach ein Verkauf des Russlandportfolios weit unter dem ohnehin schon deutlich zusammengestzten Buchwert droht.

Und wir sehen die Gefahr des Onlinehandels für die Einkaufszentren nach wie vor fundamental anders, als daqs Management unserer Immofinanz. Die Insolvenz des Spielzeugriesen Toys’R’Us sollte warnendes Beispiel sein.