Geschäftsbericht (9) – Pipelineprojekte

Auf Seite 54 des aktuellen Geschäftsberichtes listet unsere Immofinanz so genannte „Pipelineprojekte“ auf:

Pipeline

Diese Projekte haben immerhin einen Buchwert von einer viertel Milliarde Euro.

Leider findet sich kein Hinweis dazu, was für Projekte das genau sind. Denn es macht einen Unterschied, ob es sich dahinter allenfalls zukunftsträchtige Entwicklungsprojekte verbergen (was wir mangels bisheriger Verlautbarung allerdings eher bezweifeln müssen) oder ob es sich um – wie es unsere Immofinanz formuliert – „temporär eingestellte“ Projekte handelt – also um potenzielle Flops oder Fässer ohne Boden.

Hier ist das Management aufgerufen, künftig wesentlich präziser zu sein. Wir würden im Gegensatz dazu gerne auf Hochglanzbilder, die das erste Drittel des Geschäftsberichtes dominieren verzichten. Ein Aktionär braucht keine PR, sondern Fakten.

Geschäftsbericht (8) – Alt-CFO Noggler

Im aktuellen Geschäftsberichtes wird noch an mehreren Stellen die während der Periode ausgeschiedene Alt-CFO Birgit Noggler erwähnt.

Offensichtlich schied sie auf eigenem Wunsch aus, wie auch diese Passage im Geschäftsbericht nahelegt:

nogg

Wir fragen uns, warum trotz dieses Wunschs, eine einvernehmliche Trennung bevorzugt wurde? Denn dadurch produzierte der Aufsichtsrat ohne Notwendigkeit Entschädigungszahlungen, die zur absurden Situation führten, dass die engste Vertraute von Alt-CEO Zehetner (und mit ihm Hauptverantwortliche für den rasanten Niedergang) deutlich mehr verdiente, als der neue CEO Schumy, der das ganze Schlamassel aufräumen muss.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/5068141/Immofinanz-hat-Vorstandsgagen-halbiert

Jedenfalls hat Zehtetners CFO seit ihrem freiwilligen (und durch den Aufsichtsrat ohne Not einvernehmlich gemachten) Abgang noch keinen neuen Job, wie ein Blick auf ihr LinkedIn-Profil verrät:

https://at.linkedin.com/in/birgit-noggler-b3214070

In der Immofinanz wird ihr wohl keine Träne nachgeweint werden, dürfen wir an dieser Stelle vermuten.

 

Geschäftsbericht (7) – Developments

Auf Seite 152 des Geschäftsberichts 2015/16 wird das Developmentgeschäft unserer Immofinanz anhand von Zahlenreihen anschaulich dargestellt.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Man schafft es auch heuer nicht, dieses Geschäft auch nur ansatzweise profitabel zu betreiben.

dev16

Das ist die in Zahlen gegossene Bankrotterklärung des jahrelang von Alt-CEO Zehetner gepredigten Begriffes der „Immobilienmaschine“.

Es fehlt ganz offensichtlich das Know-How, Immobiliendevelopment zu einem einträglichen Geschäftsmodell für unsere Immofinanz zu machen. Wir haben diese offensichtliche Situation seit Jahren als evident kritisiert.

Es ist klar, dass es vor allem im Ausland lokale Partner im Development braucht. Auch der aufgeblähte Zehetner-Apparat (den Dr Schumy nun kräftig redimensioniert) konnte das niemals kompensieren.

Was wir hier sehen, ist die Manifestation, dass die Zehetnersche „Immobilienmaschine“ immer nur eines war: Ein teures potemkinsches Dorf und ein durchsichtiger PR-Schmäh.

Geschäftsbericht (6) – Mitarbeiterabbau

Der bereits in der Präsentation der Jahreszahlen angekündigte Mitarbeiterabbau wird explizit auch im vorliegenden Geschäftsbericht (Seite 7) erwähnt – dieses mal allerdings erfreulicherweise mit detaillierteren Zahlen unterlegt

personal

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde bereits um 150 reduziert. Weitere 100 werden folgen.

Angesichts dieser Zahlen fragt man sich einmal mehr, welche Art von Größenwahn oder überbordendem Optimismus Herrn Zehetner gepackt hat, den Apparat völlig am Markt vorbei derart aufzublähen.

Dr. Schumy muss diese Suppe nun auslöffeln. Für diese Maßnahme dürfen wir ein explizites Lob aussprechen.

Geschäftsbericht (5) – Kapitalmarktkommunikation

Die am letzten Freitag abermals thematisierte – laufend nach unten gehende – Kurszieleinschätzung von Analysten hat aus unserer Sicht unter anderem mit der völlig unzureichenden Kapitalmarktkommunikation unserer Immofinanz zu tun.

Investor Relations Aktivitäten für Institutionelle Anleger gibt es – vor allem im Vergleich mit den Mitbewerbern aus der Peer Group – nach wie vor nur in rudimentärem Ausmaß. Auch im vorliegenden Geschäftsbericht spielt das Thema „Investor Relations nur eine äußerst geringe Rolle:

Auf Seite 21 findet sich über die vergangenen Aktivitäten unserer Immofinanz lediglich folgender Passus:

ir16

Von „zahlreich“ kann aus unserer Sicht keine Rede sein. Wir haben das in mehreren Blogeinträgen dokumentiert.

Ein Blick auf den aktuellen Kalender unserer Immofinanz zeigt, dass dieses höchst geringe Tempo auch weiterhin beibehalten wird.

http://www.immofinanz.com/de/investor-relations/kalender

Bis Jahresende stehen derzeit nur 2 Investorenkonferenzen auf dem Programm – eine Kepler-Cheuvreux-Veranstaltung in Warschau und ein Event der Baader Bank in München.

Das ist aus unserer Sicht viel zu wenig. Wir laden Sie, geschätzte Leser, ein, sich im Vergleich dazu die Unternehmenskalender von Mitbewerbern anzusehen.

Die BUWOG beispielsweise ist hier wesentlich aktiver:

https://www.buwog.com/de/investor-relations/finanzkalender

Insbesondere die Nicht-Teilnahme an der wohl wichtigsten Investorenkonferenz in Europa – der EPRA – kann bei Aktionären nur Kopfschütteln auslösen. Warum man auch nicht an der Investorenkonferenz der Erste Bank in Stegersbach nicht dabei ist (oder nicht eingeladen wurde), halten wir ebenfalls für ein hoch problematisches Signal.

 

Geschäftsbericht (4) – Kursziele

Es ist eine lange Tradition unserer Immofinanz, im Geschäftsbericht die jeweils aktuellen Kursziele externer Analysten darzustellen.

Mit dieser Tradition bricht der aktuelle Geschäftsbericht allerdings. Im 241-Seiten-Konvolut findet sich auf Seite 21 nur noch dieser schmale Passus:

analystgb16

Wir berichten regelmäßig über die laufend nach unten korrigierten Kursziele. Vielleicht ist das ein Grund, dass man diese traurigen Zahlen nicht mehr im Geschäftsbericht publizieren möchte?

Auf der oben zitierten Unternehmensseite sieht das derzeit so aus:

Kurs

Stellt man diesen Zahlen jene aus dem letzten Geschäftsbericht ein Jahr zuvor gegenüber, wird dem Aktionär die ganze traurige Entwicklung noch einmal vor Augen geführt:

External_Analysis

Mit einer einzigen Ausnahme wurden alle Kursziele dramatisch nach unten korrigiert.

Das durchschnittliche Kursziel sank von EUR 2,72 auf nur noch EUR 2,16.

Das entspricht einem Minus von über 20 Prozent und geht Hand in Hand mit dem Abschwung beim Aktienkurs.

Geschäftsbericht (3) – Chart Kursentwicklung

Wie in jedem Geschäftsbericht zeigt unsere Immofinanz die Performance der eigenen Aktie im Vergleich zu anderen. Das ist im aktuellen Geschäftsbericht nicht anders. Und das Bild ist seit Jahren leider sehr vertraut. Unser Unternehmen verliert jedes Jahr immer mehr an Boden. Das aktuelle Chart sieht so aus:

chart16

Unsere Immofinanz verliert im Jahresvergleich 23 Prozent und ist damit stärker im Minus als alle anderen Indizes. Der IATX ist auch leicht im Minus.

Geschätzte Leser, hier handelt es sich um eine kleine Schummelei unserer Immofinanz. Denn der IATX ist AUSSCHLIESSLICH wegen unserer Immofinanz im Minus. Denn alle anderen heimischen Immobilienaktien sind alle im Plus – zum Teil gewaltig.

So stieg zB die S Immo im Vergleichszeitraum von EUR 8,18 auf EUR 8,57 – ein Plus von 5 Prozent.

Die CA Immo stieg ebenfalls. Von EUR 16,34 auf EUR 16,88.

Und Conwert stieg überhaupt um 22 Prozent (von EUR 11,35 auf EUR 13,83).

Alle Einzeltitel im Plus. Das verschweigt das heurige Chart. Stattdessen wird suggeriert: Alles ist im Minus, nur die Immofinanz stärker.

Man hätte aus Transparenz- und Vergleichbarkeitsgründen, wie es in Investorenpräsentationen immer wieder der Fall war, durchaus auch die Performance der Peer-Group-Aktien heranziehen können (Hier ein „Investorenupdate“ aus 2015 als Beispiel)

update15

Wir hoffen, dass die Zehertnerschen PR-Nebelgranaten nicht wieder einreißen

 

 

Geschäftsbericht (2) – Anlegerverfahren

Der aktuelle Geschäftsbericht 2015/2016 führt ab Seite 75 den aktuellen Stand zu diversen Rechtsstreitigkeiten aus.

Es ist aus unserer Sicht sehr erfreulich, dass die Aussagen von Dr. Schumy, dass man die Verfahren mit den Anlegern weitestgehend mit Vergleichen gesettelt hat, nun auch offiziell durch den Geschäftsbericht bestätigt werden.

Wir halten das für eine außerordentlich große Leistung von Dr. Schumy. Er hat damit das völlig unnotwendige und aggressive Vorgehen von Alt-CEO Zehetner ins Gegenteil verkehrt. Das laufende geschäftigen mit der Vergangenheit verstellt den Blick nach vorne.

Dass man auch mit ehemaligen Vorständen solche Vergleiche anstrebt, halten wir aus diesem Grund ebenfalls für völlig richtig.

Es stellt sich die Frage, wie viele Millionen Euro an Anwaltskosten sich unsere Gesellschaft hätte sparen könnten, hätte man den klagenden Anlegern früher die Hände gereicht und sie nicht bei jeder Hauptversammlung stets aufs neue als Feinde gesehen. Die Präpotenz, mit der Herr Zehetner hier bei jeder Gelegenheit auf die Anleger losging, hat hier mutmaßlich Millionen an Euro gekostet.

Gut und lobenswert, dass Dr. Schumy hier sehr konsequent die Reisßleine gezogen hat und auf dem Besten Weg ist, sich künftig ausschließlich mit der Zukunft zu beschäftigen.

 

Geschäftsbericht (1) – Vorstandsbezüge

Interessanterweise sind es in Geschäftsberichten nicht selten die Vorstandsgagen, die als erstes den Weg in die Medien finden. So auch beim aktuell vorliegenden Geschäftsbericht 15/16 unserer Immofinanz.

So berichtete heute das WirtschaftsBlatt von deutlich gesunkenen Bezügen im Vergleich zur erfolglosen und trotzdem überaus teuren Ära Zehetner.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/5068141/Immofinanz-hat-Vorstandsgagen-halbiert

Neben den von uns bereits als positives Signal angesehenen Einsparungen beim Personal wurde also auch beim Vorstand drastisch gespart. Herr Schumy verdient nur noch ein Drittel (!) von Alt-CEO Zehetner, der letztes Jahr noch über 3,5 Millionen Euro eingestreift hat.

Hier zeigt sich einmal mehr der Skandal, dass der Alt-CEO für desolate Managementleistungen (Kurssturz, Dividendenausfälle, zahlreiche Managementfehler) auch noch widerspruchslos belohnt wurden. Dr. Schumy, der den Karren nun aus dem Dreck zu fahren hat, muss sich einigermaßen veräppelt vorkommen angesichts dieser unglaublichen Sprünge.

Auch wurde die Spezial-Bonusregelung, die damals nur Dr. Zehetner hatte (und ihm skandalöserweise Millionen einbrachte), nicht mehr für den neuen CEO angewendet.

Zeit für Dr. Schumy, sich die Ära Dr. Zehetner auch rechtlich genauer anzusehen.