Archiv für den Monat: Dezember 2014

Der Russland-Rabatt – kurzsichtig und gefährlich!

Manch Aktionär der Immofinanz staunte nicht schlecht, als am Christtag eine Aussendung der Immofinanz über einen Rabatt für russische Mieter ins Haus flatterte.

http://www.immofinanz.com/de/presse/presseinformationen/ID1257/immofinanz-offeriert-retail-mietern-in-russland-temporaere-fx-bindung/

Diese Mietpreisreduktion beträgt – gemessen am aktuellen Rubelkurs rund ein Drittel. Unseren, auf den Zahlen des Halbjahresberichtes basierenden, Schätzungen zufolge, entgehen unserer Immofinanz dadurch auf Jahr gerechnet jedenfalls zwischen 25 und 50 Millionen Euro an Mieteinnahmen. Da sind, sollte dies nachhaltig sein, folgerichtige niedrigere Liegenschaftsbewertungen noch nicht einmal eingerechnet.

Was glaubt Herr Zehetner, was denn nach diesen drei Monaten passieren wird? Ein Ende der Russlandkrise ist nicht absehbar. Was wird also nach diesen drei Monaten passieren? Werden die Mieter wieder freudig zu ihren alten Mieten zurückkehren? Wir bezweifeln das. Wir befürchten vielmehr, dass alle Mieter künftig ein Druckmittel haben werden: „Entweder wir bleiben beim Rabatt oder wir ziehen aus“. Wir befürchten, dass man durch diesen Rabatt überhaupt erst ein Tor geöffnet hat, das man nicht mehr zu bekommt.

Was passiert mit anderen Mietern, mit denen man individuelle Vereinbarungen getroffen hat? Wurde denen das selbe angeboten, oder sogar mehr? Oder falls nicht, nun werden diese auch auf eine stärkere Reduktion pochen.

Wir halten diese Entscheidung für sehr gefährlich für kurzsichtig. Sieht man sich den aktuellen Kurs an, werden diese Befürchtungen von anderen Marktteilnehmern wohl auch geteilt.

Es ist natürlich klar, dass man sich in Russland mit einer Ausnahmesituation konfrontiert sieht. Eine Ausnahmesituation allerdings, man kann es nicht oft genug betonen, die vom Management selbst gewählt wurde. Niemand hat  Herrn Zehetner gezwungen, mitten in der größten Osteuropakrise seit Jahrzehnten durch einen nicht notwendigen Spin Off der BUWOG aus der Immofinanz ein hochspekulatives Russlandpapier zu machen. Das war eine Entscheidung des Managements. Eine falsche Entscheidung! Wir haben die Immofinanz unter anderem deswegen gekauft, weil das Risiko breit gestreut war: 50 Prozent West (inklusive der konservativen BUWOG), 50 Prozent Ost. Die BUWOG (mit einem Buchwert von 2,5 Milliarden Euro per 30.4.) ist nun weg, übrig bleibt eine ostlastige Immofinanz (über 70 Prozent) und Russland als mit Abstand größter Einzelmarkt (Buchwert 1,7 Milliarden Euro).

Ein Riesendrama mit Anlauf, das man nun mit Rabattspielereien riskiert, noch einmal zu vergrößern.

 

ein verlorenes Jahr

Langsam neigt sich dieses Jahr dem Ende zu – Zeit eine kurze Bilanz zu ziehen:

Dieses Jahr war gezeichnet von fundamentalen Managementfehlern, mit dem man – unter anderem durch einen nicht notwendigen Spin Off der BUWOG – aus der Immofinanz ein Hochrisikopapier mit Russland-Schwergewicht gemacht hat. Hut ab vor der „Leistung“ des Managements, dies sogar sehenden Auges mitten in der größten Osteuropakrise seit Jahrzehnten gemacht zu haben.

Was folgte, konnte niemanden überraschen: Ein beispielloser Kursrückgang eines Papiers, das sich die letzten 5 Jahre ohnehin nur durch Seitwärtsbewegungen ausgezeichnet hat. Das Papier stagniert seit 5 Jahren – und wir hören und lesen seit 5 Jahren von der enormen Unterbewertung und vom großen Potenzial des Papiers. Seltsam nur, dass dieses Potenzial, von dem wir immer lesen, noch nie ein institutioneller Investor erkannt hat.

Dabei bräuchten die doch nur die gebetsmühlenartige Hofberichterstattung einiger immofinanzgewogener Journalisten vom Börse-Express aufwärts lesen. Gestern zB von Herrn Fellhuber im Wirtschaftsblatt.

http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/analysen/4625635/Immofinanz-ist-eine-langfristige-Wette-auf-Russland

Hier ist wieder alles zu lesen. Die Aktie sei komplett unterbewertet und biete große Chancen. Schuld sei nur Russland und die BUWOG, ja die BUWOG performt sensationell – der mittlerweile sattsam bekannte BUWOG-Schmäh.

Dem Journalisten ist aber zugute zu halten, dass er keinen peinlichen und deplatzierten Jubelgesang anstimmt, wie es jüngst Herr Zehetner im Interview getan hat. Wie soll er auch, denn die auch im Wirtschaftsblatt gegenübergestellten Zahlen sprechen für sich: Alle operativen Zahlen negativ, im Gegensatz zur Branche dramatisch negativer Kursverlauf und ein Abschlag auf den NAV, der immer stärker zunimmt (deutlich über 50 Prozent).

Wobei das ja eigentlich, wie wir immer wieder seitens unseres Managements oder von gewogenen Journalisten lesen, ja eigentlich toll ist, weil es so tolle Chancen bietet. Seit 5 Jahren lesen wir davon…

Liebe Leser, wir wünschen Ihnen trotz allem Ärger besinnliche Feiertage. Wir werden Ihnen noch vor dem Jahreswechsel wieder zur Verfügung stehen.

 

GASTBEITRAG: Der BUWOG-Schmäh

Anbei ein Gastbeitrag eines Lesers. Auch er ärgert sich über das Herhalten der BUWOG als „Beweis“, dass eh alles recht gut läuft. Wiedergabe wie immer ohne Kürzungen.

 

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Ich bin Immofinanz-Aktionär und ich bin (zwangsläufig) auch BUWOG-Aktionär. Auch ich freue mich wie Herr Zehetner darüber, dass die BUWOG-Aktie sich gut entwickelt.

Aber dann ist es auch schon aus mit der Freude. Das, was seit Monaten seitens der Immofianz gemacht wird, ist, den Aktionären Sand in die Augen zu streuen. Denn, Herr Zehetner, es gibt eben nicht nur die BUWOG. Nein, die BUWOG ist nur ein Zwanzigstel meiner originalen Immofinanz Aktie.

Über die restlichen 19 Zwanzigstel wird geschwiegen. Dass diese 19 Zwanzigstel in den Keller gerauscht sind und diese Verluste zigfach höher sind als die Gewinne des BUWOG-Zwanzigstels, das  verschweigen Sie oder sie relativieren es zumindest, indem Sie ein Zwanzigstel in der Kommunikation intensiver behandeln als 19 Zwanzigstel.

BUWOG, hier BUWOG da. Bei der Immofinanz-Hauptversammlung im Herbst drehte sich fast alles um die BUWOG. So sehr, dass sich die Aktionäre wie im falschen Film glaubten. Und nun wieder. Ihr Format-Interview. Herr Zehetner, warum pflanzen Sie uns Aktionäre derart? Glauben Sie wirklich, Sie kommen mit diesem Taschenspielertrick durch und können vor Ihrem Abgang Ihren gerne gepflegten Heldenstatus retten?

Der BUWOG-Schmäh funktioniert natürlich nur, wenn Aktionäre, wenn Medien, wenn Analysten nicht mitdenken. Aber immer mehr tun das und daher werden Sie damit nicht durchkommen, Herr Zehetner! Diese Seite hier ist mittlerweile eine der wichtigsten Anlaufstellen für aufgeklärte und kritische Aktionäre  zumindest nehme ich das in meinem Umfeld so wahr.

Weiter so, liebe Autoren von „unsere Immofinanz“!

Die Chuzpe des Herrn Zehetner

„Die Bilanz ist klar positiv“

Das ist die Headline eines Interviews im heutigen Format mit Dr. Zehetner in dem er generös Bilanz über das aus seiner Sicht „klar positive“ Jahr von Immofinanz und BUWOG zieht.

Selten haben Aktionäre so eine öffentlich vortegragene Chuzpe eines CEO gelesen. Diese Chuzpe des Herrn Zehetner schlägt sogar noch die Unsäglichkeit seines Sagers „Die BUWOG ist die Dividende“.

Wir wollen die „klar positive“ 2014-er-Bilanz des Herrn Zehetner noch einmal Revue passieren lassen:

– Die BUWOG sollte nach Abspaltung ihren Weg in den mDAX finden und deutsche Investoren anziehen – Dieses Ziel ist kolossal gescheitert. Die BUWOG fristet in Frankfurt ein Mauerblümchendasein und wird dort kaum gehandelt.

– Der BUWOG-Spin off sollte die Marktkapitalisierung von Immofinanz alt und BUWOG im Vergleich zur früheren Gesamt-Immofinanz heben – auch dieses Ziel ist kolossal gescheitert. Vor dem Spin-Off notierte die Immofinanz alt auf über 3,60 Euro. Heute notieren die Immofinanz neu und die 1/20 BUWOG kummuliert auf 2,80 Euro und damit unter dem Stand von 2010. Die Marktkapitalisierung ist innerhalb eines guten halbne Jahres um rund 600 Millionen (!) Euro gesunken!

– Die Immofinanz ist nun das zweite Quartal hintereinander in den roten Zahlen – und dass, obwohl die unbaren Wechselkurseffekte durch den gesunkenen Rubel das Ergebnis deutlich geschönt haben.

– Die Dividende, die man vor einer Woche in Investorenupdates noch mit 15-20 Cent pro Aktie angegeben hat, wackelt plötzlich bzw traut man sich nicht einmal mehr eine Guidance abgeben. (Zur Erinnerung: Bereits im Vorjahr gab es keine Dividende, lediglich das unsägliche „Die BUWOG ist die Dividende“)

Aus der Immofinanz wurde sehenden Auges mitten in der größten Russland-Krise ein hochspekulatives Osteuropa-Papier gemacht. Noch vor einem Jahr lag die Gewichtung der Buchwerte noch bei rund 50:50. Nun, nach BUWOG-Spin-Off und anderer Aktivitäten, beträgt der Osteuropa-Anteil der Immofinanz über 70 Prozent.

– Die operativen Kennzahlen sind allesamt im Minus oder stagnieren auf sehr niedrigem Niveau.

– Die Immobilienmaschine funktioniert nachweislich nicht, da Verkäufe nicht einmal  im Ansatz durch neue Developments ersetzt werden können.

Diese Liste dieser „klar positiven“ Bilanz ließe sich für einen aufmerksamen Leser diese Blog noch weiter fortsetzen. Das einzige, das – noch – zu funktionieren scheint, ist die PR-Nebelmaschine. Leider machen sich manche Medien, wie heute das FORMAT, zum Handlanger dieser PR-Nebelmaschine, da man es dem Herrn Zehetner durchgehen lässt, nur über die im Kurs gestiegene BUWOG zu jubilieren, ohne über die 20 Mal größere und im Gegenzug viel stärker gefallenene Immofinanz reden zu müssen. Unterm Strich bleibt in allen Belangen ein Dickes Minus und ein Drama für die Aktionäre unserer Immofinanz. Vor diesem Hintergrund von einer „klar positiven Bilanz“ zu sprechen, ist eine Chuzpe, die sich kaum überbieten lässt.

 

 

 

Dividende quo vadis?

In der gestrigen Presseinformation unserer Immofinanz zu den desaströsen (aber für uns nicht überraschenden) Halbjahreszahlen, war auch ein bemerkenswerter Passus über die Dividende zu finden:

„Die Zahlung einer Bardividende für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 ist von der Erzielung eines ausschüttungsfähigen Bilanzgewinns der IMMOFINANZ AG abhängig. Vor dem Hintergrund der aktuellen und weiteren Entwicklung in Russland sieht der Vorstand davon ab, eine konkrete Guidance für die Höhe einer möglichen Ausschüttung anzugeben“

Die Immofinanz gibt also am 17. Dezember 2014 keine Auskunft mehr über die HÖHE einer MÖGLICHEN Dividende.

Vor gut einer Woche wurde – wir berichteten – ein so genanntes „Investorenupdate“ veröffentlicht. Auf Seite 7 findet sich folgende Darstellung:

Unbenannt

 

Neben der unsäglichen Suggerierung, wonach der BUWOG-Spin-Off und zie Zuteilung von BUWOG-Aktien auch nur irgendwas mit einer Dividende zu zun hätten (GJ 2013/2014) war man für die Dividende bezüglich der Höhe noch sehr konkret: 15-20 Cent/Aktie. Eine Woche später gibt es über die Höhe einer allfälligen Dividende überhaupt keine Auskunft mehr.

Herr Zehetner, erzählen Sie uns ja nicht, man hätte vor wenigen Tagen eine derartige 180-Grad-Wende nicht vorhergesehen!

Falls doch, müssten wir einmal mehr an Ihren Fähigkeiten, ein derartiges ATX-Unternehmen vorausschauend zu führen, zweifeln.

Es wäre schlimm, in einem derartigen Blindflug zu agieren. Es wäre allerdings noch schlimmer, hätten Sie im Wissen der gestern veröffentlichten Aussagen zur Dividende, dieses  irreführende Investorenupdate publiziert.

Dass diese Revidierung von noch vor wenigen Tagen publizierten Aussagen die Anleger bewegt, steht außer Frage. Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland (Siehe Artikel im HandelsBlatt) hat sich das bereits herumgesprochen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/gewinnwarnung-rubelkrise-gefaehrdet-die-dividende-bei-immofinanz/11136310.html

 

 

 

Götterdämmerung

Anstatt einer Jahresendrally überschlagen sich die Ereignisse bei unserer Immofinanz mit einer starken Dynamik nach unten.

Nur zwei Tage vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen (wusste man das nicht früher???) musste die Immofinanz eine „Gewinnwarnung“ veröffentlichen. Hier der betreffende Bericht im Wirtschaftsblatt.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/4620164/Immofinanz-schickt-Gewinnwarnung-aus_Wieder-Quartalsverlust

Demnach scheint alles, was wir seit Monaten prophezeien, einzutreten und es scheint dieses mal nicht einmal der für das rechnerische Ergebnis extrem günstige Rubelkurs etwas zu helfen (hätte der Rubel den Stand vor noch einem halben Jahr, würde man erst das wahre Ausmaß des Desasters erkennen).

Wie wir schon mehrfach analsysiert haben, ist diese dramatische Entwicklung nicht Schuld des Herrn Putin, sondern hausgemacht.

Ohne Not stürzte sich der Trend Mann des Jahres Zehetner in einen Spin-Off der BUWOG. Davon abgesehen, dass der Traum von einer MDAX-Notiz längst zerplatzt ist, weil die Aktie in Frankfurt wie Blei in den Regalen liegt (auch darüber haben wir mehrfach berichtet), passierte dadurch etwas mit unserer Immofinanz:

Mitten in der Ukrainekrise wurde das Risikoprofil der Immofinanz-Aktie mutwillig dramatisch verändert und ein russlandlastiges Hochrisikopapier geschaffen. Wir haben diesen aus unserer Sicht schweren Fehler bereits in unserem ersten Blogeintrag ausführlich beschrieben.

Dass sich das Schlagwort von der „Immobilienmaschine“ nicht als Strategie sondern eben als PR-Schlagwort erweist, kann ebensowenig überraschen. Objekte, die gute Mieten bringen, werden abgestoßen, und die Eigendevelopments hinken – so es überhaupt welche gibt – Jahre hinterher. Es muss ein negatives operatives Ergebnis übrig bleiben, so man nicht ein einem Quartal einmal das Glück eines rasch verpuffenden Einmaleffekts hat. Mehr zum potemkinschen Dorf Immobilienmaschine finden Sie in Form eines Gastbeitrages hier.

Am Ende des heutigen Tages (Stand von 9:50 -7 Prozent!) dürfte die Immofinanz neu kummuliert mit der BUWOG deutlich unter 3 Euro notieren. Ein Wert, den man schon im Jahr 2010 hatte. Im Februar 2014, bei Ankündigung des BUWOG-Spin Off notierte das Papier (Immofinanz inkl BUWOG) noch auf nahezu 3,70 Euro.

Götterdämmerung! Der Mann des Jahres im letztjährigen Trend hat einmal mehr ganze Arbeit geleistet.

Feherhaftes Investorenupdate (2)

Bereits anlässlich des September-Investorenupdates haben wir auf unserem Blog auf zum Teil haarsträubende Fehler in der Publikation hingewiesen.

Das Qualitätsmanagement erkennt auch Monate später nicht, welche schwerwiegende Peinlichkeiten da von sich gegeben werden.

Ein besonders gravierendes Beispiel findet sich nach wie vor im Foliensatz – diesmal auf Seite 26. Auf dieser Folie wird als „bemerkenswertes Beispiel“ der BUWOG-Spin-Off abgefeiert.

bu

Leider ist man in der Immofinanz zum wiederholten Male nicht in der Lage, den den Einstandspreis und die Zahl der erstandenen Wohnungen korrekt wiederzugeben. Welche Rückschlüsse das für Investoren zulässt, überlassen wir unseren Lesern.

Jeder nur halbwegs Politikinteressierte (und wohl auch jeder einzelne Aktionär) sieht auf den ersten Blick, dass diese Darstellung völlig falsch ist. Denn von den 60.000 im Diagramm angeführten (und damals vom Bund verkauften) Wohnungen hat sich rund die Hälfte die RLB Oberösterreich geholt. Das selbe gilt für den Kaufpreis.

„Die BUWOG wurde … für 961 Millionen Euro gekauft“.

Auch das ist völlig daneben und ein Ärgernis für jeden Aktionär.  Denn auch hier hat die Immofinanz lediglich rund die Hälfte dieser 961 Milionen gezahlt. Dabei hätte unsere Immofinanz nur die korrekten Zahlen aus vergangenen Geschäftsberichten abschreiben müssen. Diese finden sich, wir haben das extra für die nicht sehr sattelfeste IR-Abteilung ausgehoben, im Geschäftsbericht 2005/2006 auf der Seite 32.

Wir fragen uns ernsthaft, mit welchem Ernst man derartige Präsentationen erstellt? Was soll ein potenzieller Käufer von derartigen falschen Darstellungen halten? Vertrauensvoll dieses Papier kaufen, oder sich wegen grob mangelnder Sorgfalt einfach nur provoziert fühlen?

Weitere Schmankerln dieser Präsentation folgen im nächsten Blogeintrag

 

Neues Investorenupdate, alte Fehler? (1)

Unsere Immofinanz beehrt uns wieder mit einem so genannten „Investorenupdate“.

Diese Publikation hat wieder einiges Erstaunliches und einige aberwitzige Fehler zu bieten. Dazu mehr in den nächsten Tagen.

Vorerst greifen wir unter Zuhilfenahme des aktuellen Infestorenupdates den Ball unseres Lesers, der gestern im Zusammenhang mit der leidigen Leerstandsproblematik über Probleme mit der Immofinanz-Serviceorientierung berichtet hat, auf.

Die Leerstandssituation ist dramatisch, das kann auch dieses Investorenupdate nicht beschönigen. Über 22 Prozent Leerstände im Gesamtmarkt, rund 19 Prozent Leerstände allein in Österreich (Investorenupdate S33) sind nach wie vor (im negativen Sinne) rekordverdächtig.  Und diese Situation wird sich im Jahr 2015 weiter zuspitzen, wenn mit Juli 2015 Mietverträge für weitere 16 Prozent (Investorenupdate S 35) auslaufen.

Wie man hier mit „Serviceorientierung“ bis 2016 auf nur 10 Prozent Leerstand kommen will, würde uns – hier sprechen wir wohl nicht nur von unserer Gruppe – wirklich einmal interessieren. Beenden Sie das Floskelspiel und sagen Sie klar, welche Strategie Sie hier in den nächsten 13 Monaten verfolgen wollen!

Wenn die Serviceorientierung so wie von unserem Leser geschildert ausschaut und man auf Tauchstation geht, wenn ein Auftrag droht, fürchten wir, dass sich die Lage noch weiter zuspitzen und nicht entspannen wird.

Dass man unsere ständigen Warnungen um unsere Immofinanz nicht mehr als unnötigen Alarmismus abtun kann, zeigt heute auch die neue Einschätzung der Aktie durch die immer wohlwollende Erste Bank. Mit mehrmonatiger Verspätung hat nun auch diese das Kursziel für unsere Immofinanz gesenkt.

http://www.derboersianer.com/news/analysen/artikel/details/erste-group-senkt-immofinanzkursziel-von-310-auf-285-euro328427.html

 

 

 

LESERKOMMENTAR: Bürovermietungen – Serviceorientierung

Anbei ein Beitrag eines Lesers zum Thema: Wie lebt die Immofinanz Ihren neuen Slogan „Serviceorientierung“ im Bereich Bürovermietungen. Wie immer im Volltext wiedergegeben.

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Herzlichen Dank für Ihre Initiative und dafür, dass Sie uns Aktionären immer wieder die Augen öffnen. Mit besonderem Interesse habe ich Ihre wiederholten Ausführungen über die leider deutlich überdurchschnittlichen Leerstände quer über alle Länder und Sektoren hinweg gelesen.

Ich nahm auch zur Kenntnis, dass die Immofinanz und der neu sich dafür verantwortlich fühlende Vorstand diese Problematik nun immerhin nicht mehr beschönigt. Man will die Leerstände also durch „mehr Serviceorientierung“ verbessern.

Ich darf Ihnen dazu folgendes Erlebnis schildern. Vor wenigen Wochen – rund um Ihre Berichterstattung – nahm ich ein grotesk wirkendes Inserat (der Superman) der Immofinanz wahr und musste mich anfangs über diese mehr als unpassende Zurschaustellung ärgern. Aber ich dachte mir: Warum eigentlich nicht die Probe aufs Exempel machen und ein Büro bei jener Gesellschaft mieten, an der man einen nicht unbeträchtlichen Aktienanteil hält.

Wir suchten zu diesem Zeitpunkt recht kurzfristig für eine Außenstelle meines Unternehmens in Wien einen Standort mit rund 500m2. Statt den üblichen Weg zu gehen, surfte ich also die Immofinanz-Website an, schränkte unsere Präferenzen ein und kontaktierte dann das Callcenter.  Eine sehr freundliche Dame konnte mir zu meinem ersten Erstaunen leider nicht spontan weiterhelfen, versprach mir aber, sich verlässlich bei mir zu melden. Auf diese Rückmeldung warte ich noch immer. Heute haben wir das neue Büro bezogen und zahlen nun unsere Miete an einen Mitbewerber.

Serviceorientierung? Quod erat demonstrandum!

Kursentwicklung – Nebelgranaten

Würde sich ein Aktionäre unserer Immofinanz nur auf die stets peinlich-wohlwollenden Leibpublikationen Börse-Express und Börsen-Kurier verlassen, wäre man fast verleitet, gegen Jahresende etwas zu jubilieren. Denn die BUWOG, ja die BUWOG performt ja so unglaublich toll.

Leider handelt es sich auch hier – wie so oft – nur um PR-Nebelgranaten, die vor allem diese beiden Publikationen stets brav weiterverbreiten.

Gottseidank gibt es auch andere Medien. Dazu kann man mittlerweile durchaus auch das WirtschaftsBlatt zählen, das immer wieder unmissverständlich auf die traurige Performance der Immofinanz-Aktie verweist. Siehe dazu dieser Eintrag.

Was uns die Immofinanz-Publikationen vergessen lassen machen wollen, ist, dass diese beiden Aktien (Immofinanz und BUWOG) zusammen betrachtet werden müssen. Denn nur daran kann man ersehen, wie erfolgreich die glorreiche Idee des BUWOG-Spin-Off war.

Das sind die nackten Zahlen, die wir hier in Erinnerung rufen: Der originale Kurs von Immofinanz und BUWOG (kumuliert):

4.12.2010     EUR     2,98

4.12.2012     EUR     3,24

4.12.2014     EUR     3,16

Wir erleben, wie schon ausführlich hier beschrieben (gilt leider nach wie vor in vollem Umfang) seit 4(!) Jahren eine Seitwärtsbewegung des Kurses. Das ist nicht die Russland-Krise, die erst seit rund einem Jahr gibt, das ist das Management unter Dr. Zehetner, das hier in der Verantwortung ist! Während alle anderen Immoaktien boomen, stagniert unsere Immofinanz.

Zweifellos könnte unsere Immofinanz unabhängig von Fehlern in den Jahren 2010-2013 heute besser da stehen, hätte man nicht am Höhepunkt der Rusland-Krise einen Spin off gemacht und das Risikoprofil der Aktie dramatisch erhöht.

Die Aktie stand bei Ankündigung auf fast EUR 3,70. Die Aktie musste fallen. Und sie fiel auch. Als einzige der renommierten europäischen Immoaktien in diesem Jahr! Da helfen auch keine BUWOG-Nebelgranaten. Denn die BUWOG ist nur 1/20 der gesamten (historischen) Immofinanz. Wir bekräftigen daher noch einmal unser Misstrauen in das Management und in den Vorstandsvorsitzenden im Speziellen und schließen heute mit einem Zitat von Dr. Zehetner anlässlich der Spin-Off-Hauptversammlung am 14.3.2014:

“Die Logik des Spin-off ist, dass die Marktkapitalisierung beider Unternehmen -Immofinanz und Buwog – nach der Abspaltung höher ist als jetzt jene der Immofinanz”

Das Gegenteil ist der Fall, Herr Zehetner! Die Marktkapitalisierung ist niedriger geworden, dramatisch niedriger. Und das in einem Umfeld, wo alle anderen Immoaktien deutlich nach oben gingen. Insofern bereitet es uns eine  gewisse Sorge, dass Sie Ihren ursprünglich für November 2014 angekündigten Pensionsantritt noch einmal um ein halbes Jahr verschieben mussten.