Götterdämmerung

Anstatt einer Jahresendrally überschlagen sich die Ereignisse bei unserer Immofinanz mit einer starken Dynamik nach unten.

Nur zwei Tage vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen (wusste man das nicht früher???) musste die Immofinanz eine „Gewinnwarnung“ veröffentlichen. Hier der betreffende Bericht im Wirtschaftsblatt.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/4620164/Immofinanz-schickt-Gewinnwarnung-aus_Wieder-Quartalsverlust

Demnach scheint alles, was wir seit Monaten prophezeien, einzutreten und es scheint dieses mal nicht einmal der für das rechnerische Ergebnis extrem günstige Rubelkurs etwas zu helfen (hätte der Rubel den Stand vor noch einem halben Jahr, würde man erst das wahre Ausmaß des Desasters erkennen).

Wie wir schon mehrfach analsysiert haben, ist diese dramatische Entwicklung nicht Schuld des Herrn Putin, sondern hausgemacht.

Ohne Not stürzte sich der Trend Mann des Jahres Zehetner in einen Spin-Off der BUWOG. Davon abgesehen, dass der Traum von einer MDAX-Notiz längst zerplatzt ist, weil die Aktie in Frankfurt wie Blei in den Regalen liegt (auch darüber haben wir mehrfach berichtet), passierte dadurch etwas mit unserer Immofinanz:

Mitten in der Ukrainekrise wurde das Risikoprofil der Immofinanz-Aktie mutwillig dramatisch verändert und ein russlandlastiges Hochrisikopapier geschaffen. Wir haben diesen aus unserer Sicht schweren Fehler bereits in unserem ersten Blogeintrag ausführlich beschrieben.

Dass sich das Schlagwort von der „Immobilienmaschine“ nicht als Strategie sondern eben als PR-Schlagwort erweist, kann ebensowenig überraschen. Objekte, die gute Mieten bringen, werden abgestoßen, und die Eigendevelopments hinken – so es überhaupt welche gibt – Jahre hinterher. Es muss ein negatives operatives Ergebnis übrig bleiben, so man nicht ein einem Quartal einmal das Glück eines rasch verpuffenden Einmaleffekts hat. Mehr zum potemkinschen Dorf Immobilienmaschine finden Sie in Form eines Gastbeitrages hier.

Am Ende des heutigen Tages (Stand von 9:50 -7 Prozent!) dürfte die Immofinanz neu kummuliert mit der BUWOG deutlich unter 3 Euro notieren. Ein Wert, den man schon im Jahr 2010 hatte. Im Februar 2014, bei Ankündigung des BUWOG-Spin Off notierte das Papier (Immofinanz inkl BUWOG) noch auf nahezu 3,70 Euro.

Götterdämmerung! Der Mann des Jahres im letztjährigen Trend hat einmal mehr ganze Arbeit geleistet.