Archiv für den Monat: Januar 2015

Der Bonus macht die Dividende (1)

Ein Leser hat uns eine fiktive Geschichte erzählt. Die möchten wir Ihnen gerne nacherzählen:

Es war einmal ein Manager, dem man vor vielen Jahren einmal eine Leistung zugeschrieben hat. Die letzten Jahre allerdings gelang ihm nicht mehr viel, wie man am Aktienkurs seines Unternehmens ablesen konnte.

Doch was sein Unternehmen unter seiner Ägide immer machte, war, Dividenden auszuschütten. Das war klug, denn er ließ sich eine von anderen Mitmanagern abweichende Bonusregelung maßschneidern: Sein Bonus sollte sich ausschließlich aus der Dividende errechnen.

Doch langsam war es Zeit für ihn, sich in die Pension zu verabschieden. Nächsten Herbst, so verlautbarte er seinen Aktionären, sollte es soweit sein.

Sein letztes volles Manager- und Bonusjahr endete mit dem Frühjahr vorher. Der kluge Manager hatte eine tolle Idee: Er wollte einen Teil aus dem Unternehmen herauslösen und dieses separat an die Börse bringen. Leider meinte es der Markt nicht gut mit dem Manager und so wurde es kein Börsengang sondern nur ein Spin off. Bardividende für die Aktionäre sollte es in in diesem Jahr dadurch auch keine geben. Aber, so lies er nun bei jeder Gelegenheit verlautbaren: „Der Spin off ist die Dividende“. Ob der kluge Manager mit dieser Maßnahme im Hinblick auf seine eigene Bonusregelung besonders klug sein wollte, ist nicht überliefert.

Denn den Aktionären gefiel diese neue Art der „Dividende“ nicht besonders und als sogar Zeitungen darüber berichteten, wurde es leise um dieses Erklärungsmuster.

Der Spin Off sollte also noch keine Dividende sein und eine reale Bardividende gab es auch nicht. Und auch keinen Bonus für den klugen Manager.

Was also tun? Hatte wieder wer eine brillante Idee? Es gab urplötzlich doch keine Pension für den klugen Manager. Die Pension wurde verschoben, just auf den Tag, an dem das  nächste Bilanzjahr wieder voll war. Dann soll es wieder eine Dividende geben und – versteht sich – auch einen wohlverdienten Bonus.

Leider meinte es der Markt wieder nicht gut mit dem klugen Manager. Das Halbjahr war tiefrot. Was also tun?

Hier endet diese frei erfundene Geschichte (Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind nicht beabsichtigt und rein zufällig) vorerst.

Nächste Woche bleiben wir bei exakt diesem Thema, begeben wir uns aber wieder in die Realität. Bleiben Sie dran.

 

Rückkaufprogramm

Die Immofinanz hat mit Weihnachten ein Rückkaufprogramm gestartet. Rückkaufprogramme sind für Aktionäre stets ambivalent, da sie einerseits viel Liquidität kosten, andererseits beleben sie den Markt, und helfen der Kursentwicklung.

Unsere Immofinanz hatte wohl genau letzteres im Sinn, da die Entwicklung des Kurses im Jahr 2014 desaströs war und man nach der Raiffeisen International (RI AG) die schlechteste Performance aller ATX-Titel mit einem Minus von rund 37 Prozent  hinlegte.

Deshalb also, so dachten wohl Zehetner und co, sollte es im neuen Jahr ein Aktienrückkaufprogramm richten. Was allerdings offenbar zu wenig bedacht wurde: Es ist kein lauer Markt, den man nur ein bisschen anstoßen muss. Nein. Offensichtlich misstrauen immer mehr auch institutionelle Investoren der nach wie vor nicht ersichtlichen Strategie (Stichwort Osteuropa) und den flockigen aber nichtssagenden Floskeln (Stichwort Immobilienmaschine). Dazu kommen die desaströsen Zahlen der ersten beiden Quartale.

Folgerichtig verpufft das Aktienrückkaufprogramm in geradezu atemberaubender Art und Weise:

am 23. Dezember notierte die Aktie noch bei EUR 2,11, nun liegt sie, trotz Rückkäufen von Millionen Aktien nur noch bei 2,04 (Tagesschlusskurs am Freitag, 16. Jänner), musste also noch einmal nachgeben.

So trudelt die Aktie in das letzte Quartal der Ära Zehetner. Dividendenlos? Nein, das glauben wir nicht, denn „der Bonus macht die Dividende“. Dazu mehr in den nächsten Tagen.

 

Dividende – machen Sie sich keine Sorgen

Nach zwei negativen Quartalen macht sich bei manchen Aktionären große Unsicherheit  breit, ob man wieder um die Dividende umfällt und man wieder von einem verhöhnenden Spruch wie „Die BUWOG ist die Dividende“ begleitet wird.

Wir glauben, hier Entwarnung geben zu können. Wir sind uns sicher: Es wird eine Dividende geben.

Mehr dazu demnächst mit dem Thema „Der Bonus macht die Dividende“

Leerstände – Wienerberg: Großmieter ÖBB ist weg

Mit Jahreswechsel hat sich auch im (im Vergleich zu Russland nur noch kleinen) Österreich-Markt die Leerstandsproblematik verstärkt.

Am Wienerberg (Twin Towers), der teuersten Immofinanz-Fläche, hat mit Jahreswechsel der Großmieter ÖBB mit seinem Auszug begonnen.

Es stellen sich mehrere Fragen:

1. Wie wurde die Vorlaufzeit genützt um aktiv Nachmieter zu lukrieren (oder hat man sich auf Superman-Inserate verlassen)?

2. In welchem Ausmaß wurden bereits Nachmieter gefunden?

3. Wurden überhaupt Nachmieter gesucht oder verbreitert sich die ohnehin personell bereits aufgeblähte Immofinanz in ihrer teuersten Immobilie wieder selbst?

Wir bleiben dran.

Neues Jahr – alte Probleme

Um den Jahreswechsel herum wurde klar, dass die Immofinanz mit dem BUWOG-Schmäh (= Abfeiern der recht guten BUWOG-Performance bei gleichzeitigem Totschweigen des in Relation viel größeren und viel gewichtigeren Immofinanz-Kurssturzes) nicht mehr so gut zieht, wie man es sich in der PR-Abteilung gewünscht hat:

In jedem Ranking tauchte unsere Immofinanz als – neben Raiffeisen – größter Verlierer des Jahres auf und einige Medien stellten sogar die Rechnung auf, dass die BUWOG-Performance jener der Immofinanz bei weitem nicht auffangen konnte. Der Putz der PR-Fassade scheint zu bröckeln.

Ansonsten abgesehen vom angelaufenen und erwartungsgemäß nicht berauschend erfolgreichen (und damit vergeudetem) Mini-Rückkaufprogramm leider more of the same:

Keine sichtbare Strategie bezüglich Osteuropa, keine sichtbaren Vermietungserfolge, ein kritisierenswertes Rabattprogramm für Russland-Mieter und sinkende Kursziele wie heute von Kepler Cheuvreux

http://www.boerse-express.com/pages/1513698

Wir wünschen Ihnen, liebe Leser, trotzdem ein gutes Neues Jahr, ein Jahr, das uns hoffentlich endlich auch einen CEO bringt, der unsere Immofinanz mit den dringend notwendigen Kurskorrekturen wieder nach vorne bringt. Wir bleiben mit gewohntem Engagement an Ihrer Seite und haben uns für die nächsten Wochen einiges vorgenommen.