Archiv für den Monat: April 2015

Der Vorhang fällt für Dr. Zehetner

Nicht wenige Aktionäre unserer Immofinanz haben diesen Tag herbeigesehnt: Eduard Zehetner behelligt die Aktiönäre heute zum letzten mal als CEO ihres Unternehmens.

Über den aus unserer Sicht indiskutablen Stil des Dr. Zehetner gegenüber Aktionären, Mitbewerbern und anderen Personen haben wir uns schon mehrfach geäußert. Mittlerweile nehmen sich selbst unbeteiligte Dritte kein Blatt mehr vor den Mund:

Der Unternehmensberater Manfred Reichl kritisierte in einem Interview in der Presse unaufgefordert den aus seiner Sicht unwürdigen Stil von Zehetner.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/4716754/Man-kann-Konzerne-anders-fuhren

Abgesehen davon sprechen leider auch die nackten Zahlen Bände. Der Aktienkurs steht heute auf dem Niveau vor 5 Jahren: Am 30. April 2010 (!) notierte unsere Immofinanz auf dem Schlusskurs von EUR 2,58 – ähnlich wie heute!

Dazwischen liegen zahlreiche Managementfehler, wie wir, sie auf unserer Seite beschrieben haben, mit verhöhnenden Worten gestrichene Dividenden („Die BUWOG ist die Dividende“) und aggressive Kursstützungsprogramme, wie das gerade laufende.

Man stelle sich vor, wo die Aktie ohne die massiven Zukäufe der CA Immo oder die sündteuren Gegenmaßnahmen der Immofinanz heute stünde.

Die Bilanz des Herrn Zehetner ist verheerend, die Ausgangsposition für Herrn Schumy durch Zehetners Politik der verbrannten Erde denkbar schlecht.

Es wird an Herrn Schumy liegen, möglichst rasch einen Schlussstrich unter diese für die Immofinanz verlorenen Jahre zu ziehen. Ein Knackpunkt wird dabei sein Umgang mit der Spezial-Bonusregelung für Dr. Zehetner sein.

Zur Erinnerung:

1. Die Spezial-Bonusregelung

Auf Seite 49 des aktuellen Geschäftsberichtes 2013/2014 der Immofinanz AG  findet sich nicht zum ersten mal folgender Passus über die Vergütung der Vorstände:

„Die Vergütung der Vorstandsmitglieder enthält einen fixen sowie einen erfolgsabhängigen und damit variablen Prämienbestandteil, der derzeit bis zu 75% der Fixbezüge ausmacht. Kriterium für die Erfolgsbeteiligung ist das Erreichen qualitativer und quantitativer Ziele, welche sich an der Erreichung relativer (Budget) und absoluter Ergebnisziele orientieren. In Abweichung davon beträgt der variable Prämienbestandteil der Vergütung des Vorstandsvorsitzenden 0,5% des Betrages der ausgeschütteten Dividende vor Kapitalertragssteuer.

Das heißt, ein Bonus für Dr. Zehetner hängt immer und ausschließlich von der Dividende unserer Immofinanz ab.

2. Dr. Zehetner will mit einem Börsengang in Pension gehen 

Im Oktober 2013 kündigt Dr. Zehetner an, mit November 2014 in Pension zu gehen. Sein letztes volle Jahr als CEO der Immofinanz endet mit April 2014. In seinem letzten Jahr als Manager hat er noch einmal Großes vor: Die BUWOG soll an die Börse (Anm. Auf diese dramatische Fehlentscheidung wird an vielen anderen Stellen in diesem Blog eingegangen – hier lassen wir das einmal beiseite.)

Dafür (obwohl es letztlich nur ein noch nutzloserer Spin Off wurde) muss natürlich durch Zukäufe im Hoffnungsmarkt Deutschland die Braut geschmückt werden. Allerdings lässt sich dadurch und durch  die schwächelnde Performance der Immofinanz keine Dividende mehr darstellen. Dies wird mit Jahreswechsel 2013/2014 klar. Schlecht für die Aktionäre, schlecht für Dr. Zehetner. Ab diesem Zeitpunkt (Dezember 2013) wird in der Immofinanz ein seltsames, neues Wording kreiert: “Die BUWOG ist die Dividende

3. “Die BUWOG ist die Dividende” – Eine PR-Strategie geht baden

“Die BUWOG ist die Dividende”. Warum Dr. Zehetner ab Dezember 2013 drei Monate lang bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Journalisten und Aktionären dieses Sprüchlein aufsagte, überlassen wir unseren Lesern.

Interessant ist, dass ab dem Zeitpunkt, wo das Nachtichtenmagazin NEWS unmittelbar vor der entscheidenden Spin-Off-Hauptversammlung erstmals von Zehetners spezieller – rein auf die Dividende abstellende- Bonusregelung berichtete, dieses Wording nirgends mehr zu lesen war. (NEWS, 13. März 2014, Seite 14)

So endete Dr. Zehetners letztes volles Managerjahr. Ohne Dividende und ohne Bonus. Sollte Dr. Zehetner tatsächlich ohne Extrabonus seine Ruhestand antreten?

4. Dr. Zehetner geht doch nicht in Pension, sondern bleibt exakt, bis ein Jahr voll ist.

Das letzte volle Managerjahr von Dr. Zehetner blieb also mangels Erfolg dividenden- und bonusfrei. Ob man, wie manche vermuten, den Aktionären den BUWOG-Spin-off als bonussichernde “Dividende” andrehen wollte, ist natürlich nicht belegbar. Jeder Leser möge sich selbst ein Urteil bilden.

Belegbar ist allerdings, dass, kurz, nachdem “Die BUWOG ist die Dividende” zu Grabe getragen wurde, Dr. Zehetner ankündigte, doch nicht im November 2014, sondern erst per 30. April 2015 in Pension zu gehen.

5. Dividende ja oder nein?

Mit dem heutigen Tag, geschätzte Leser, endet bekanntermaßen jedes Geschäftsjahr unserer Immofinanz. Dr. Zehetner hat quasi über Nacht doch noch eine Chance auf einen vollen Jahresbonus im Rahmen einer Dividendenausschüttung erhalten.

Voraussetzung dafür: Eine Dividende. Und nun wird es spannend: Die ersten beiden Quartale waren tiefrot, das dritte Quartal war bewertungsbedingt positiv.

Bei der a.o. Hauptversammlung vor 2 Wochen ist Dr. Zehetner eine klare Aussage über eine (seine) Dividende schuldig geblieben. Er verkündete allerdings, man arbeite bis 30. April an einigen Transaktionen, die eine Ausschüttung einer Dividende begünstigen sollen. 

Es wird spannend. Ein illegales Agieren kann sich ein neuer CEO nicht leisten. Das weiß auch Herr Schumy.

Wir gönnen selbstverständlich jedem Manager seinen Bonus, wenn er unter sauberen Rahmenbedingungen und rechtlich einwandfrei zustande gekommen ist.

Unser Versprechen: Wir werden den Organen hier sehr genau auf die Finger schauen.

 

 

Der Elefant im Porzellanladen tritt ab

In wenigen Tagen tritt der eigentümliche Herr Zehetner seinen Gang in die Pension an. Wir als Aktionäre unserer Immofinanz hoffen, dass die Politik der verbrannten Erde für den Nachfolger nicht zum unternehmerischen Supergau wird.

Dr. Zehetner war stets ein Stammtisch-CEO, der nicht oft in den Verdacht geriet, ein souveräner CEO eines ATX-Unternehmens zu sein. Je näher seine Pension rückte, desto unberechenbarer wurden seine Polemiken und zum Teil auch Verhöhnungen von Aktionären und Mitbewerbern.

Das unsägliche und freche „Die BUWOG ist die Dividende“ liegt den leidgeprüften und dividendenlosen Aktionären noch immer im Ohr.

Ganz schlimm wurden seine Ausfälligkeiten aber, als sich ein Mitbewerber, die CA Immo, anschickte, bei der Immofinanz einzusteigen und den Aufsichtsrat professionalisieren zu wollen.

Für den stets emotional agierenden Dr. Zehetner muss eine stärkere Kontrolle des Managements ein Horrorszenario gewesen sein. Anders kann man sich die mittlerweile gerichtsanhängigen permanenten Unfreundlichkeiten nicht erklären.

In ein paar Tagen tritt Zehetner ab. Sein Wirken wird nachhaltig sein, denn Herr Schumy wird es schwer haben, wie auch mehrere Medien berichteten, die Wogen zu glätten. Und den Aktionären wurde ein effektives Kontrollgremium abgeschossen und die Aussicht auf einen künftigen Kernaktionär genommen.

Für Herrn Schumy wird es wichtig sein, sich so rasch wie möglich von seinem Vorgänger zu emanzipieren und rasch einen klaren Schnitt zu vollziehen. Eine Nagelprobe wird der Umgang mit der Spezial-Bonusregelung für Herrn Zehetner sein.

Wir werden das pünktlich zum Abgang noch einmal in Erinnerung rufen und werden wie versprochen, die Bilanzen der Immmofinanzä-Gruppe dieses Mal sehr sehr genau studieren.

 

Eine verpasste Chance

Die Hauptversammlung unserer Immofinanz von letztem Freitag war leider eine verpasste Chance.

Zum einen wurde durch die Herabsetzung der Schwelle für ein Pflichtangebot der Gesellschaft die Chance verbaut, irgendwann einen stabilen und starken Kernaktionär mit Immobilienexpertise zu bekommen. Wir denken, dass die Gesellschaft zumindest mittelfristig daraus keinen Vorteil ziehen wird.

Viel dramatischer ist allerdings die Entwicklung im Aufsichtsrat. Es kann aus unserer Sicht niemals zum Wohle der Gesellschaft sein, im Kontrollgremium der Gesellschaft keinen einzigen anerkannten Immobilienfachmann sitzen zu haben. Wir hätten das Angebot der CA Immo, die fachlich über jeden Verdacht erhabene und – nach allem was wir wissen –  unabhängige Experten ins Rennen schickte, sehr unterstützt. Leider wurde der Status Quo – schlimmer noch – die Allmacht von Fries und Scherb, die gemeinsam weniger als 10 Prozent der Aktien halten, auf Jahre einzementiert.

Der Hauptverantwortliche für diese Misere, die unsere Immofinanz noch Jahre behindern wird, heißt Dr. Eduard Zehetner.

Wir können nur hoffen, dass Dr. Schumy die durch einen Egotrip sondergleichen gekochte Suppe, die ihm sein Vorgänger unserer Ansicht nach mutwillig eingebrockt hat, halbwegs in der Lage ist, auszulöffeln.

Dr. Zehetner wird uns auch nach seinem, vielleicht bonusversüßten Abgang noch länger beschäftigen. Der Umgang mit dem dividendenabhängigen Managerbonus des Herrn Zehetner wird dabei die erste Nagelprobe für Dr. Schumy sein. Auf den Aufsichtsrat kann sich der neue CEO dabei wohl nicht verlassen.

Hauptversammlung – erste Eindrücke

Mit einem weinendem und einem lachendem Auge ist aus unserer Sicht die heutige Hauptversammlung zu bewerten.

Die Aktionäre haben einige der von AR und Management vorgelegten Vorschläge zur Satzungsänderung ziemlich deutlich abgelehnt. Besonders die Quoren, die bewirkt hätten, dass Aufsichtsräte monarchiegleich quasi unabsetzbar geworden wären, warfen die Aktionäre den Herrn Zehetner und Knap mit deutlicher Mehrheit zurück.

Die Herabsetzung der Schwelle eines verpflichtenden Übernahmeangebotes auf sehr niedrige 15 Prozent wurde dagegen deutlich beschlossen. Wir sahen und sehen das anders und fürchten, dass sich die Immofinanz damit einiger Chancen auf künftige immobilienaffine Kernaktionäre beraubt hat.

Leider haben sich die Aktionäre für eine weitere Erblindung des Aufsichtsrates entschieden. Wir fragen uns ernsthaft, wie dieses Gremium in dieser Zusammensetzung bar jeder Immoexpertise auch nur annähernd ihren Kontrollfunktionen nachkommen kann. So wird auch weiterhin die Kontrolle extern, zum Beispiel auf dieser Website, erfolgen müssen.

Wir begannen mit einem lachendem Auge und schließen mit einem lachenden Auge: Herr Zehetner, der sich aus unserer Sicht auch heute indiskutabel benommen hat, ist in zwei Wochen ein Ex-Vorstand. Ob man ihm noch einen Bonus verschafft, werden wir beobachten.

Herrn Schumy, der heute sehr still war, gestehen wir zu, dass wir ihm explizit NICHT mit einem Vorschussmisstrauen begegnen werden. Wir hoffen, die Immofinanz kehrt mit ihm wenigstens zu einem Stil zurück, der dem Wirtschaftsleben angemessen ist.  100 Tage Schonzeit können wir ihm aber angesichts der Lage des Unternehmens nicht versprechen.

Hauptversammlung 15.4.

Sehr geehrte Aktionäre unserer Immofinanz!

Morgen haben Sie es in der Hand, dem indiskutablen Agieren unseres Managements die rote Karte zu zeigen!

Wir haben bewusst keine Empfehlung zum freiwilligen Angebot der CA Immo abgegeben, weil dies in höchstem Maße unseriös wäre und jeder höchst individuell anhand seiner Zukunftspräferenzen und seines Misch-Kaufkurses zu beurteilen hat.

Unsere Gruppe glaubt weiterhin an das Unternehmen, obwohl dieser Glaube von Herrn Zehetner und Co (der nach unserem empfinden parteiisch agierende Aufsichtsrat mit eingeschlossen) in den letzten Monaten mehrmals zutiefst erschüttert wurde.

Diesem Management ist nach unserer Meinung deshalb morgen eine klare Botschaft mitzugeben. Allem voran verdient die Politik der verbrannten Erde des Herrn Zehetner eine Abfuhr:

Wir verweigern daher dem Management aus wirtschaftlichen, moralischen und hygienischen Gründen folgenden Punkten unsere Zustimmung:

1. Neue Aufsichtsräte

Diese vorgeschlagenen Aufsichtsräte besitzen einmal mehr keinerlei Erfahrung am Immobiliensektor und sind aus unserer Sicht einzig und allein dazu da, die ungesunde Macht der Herren Fries und Scherb weiter einzuzementieren.

Die von der CA Immo vorgeschlagenen Aufsichtsräte erscheinen uns in Bezug auf Kompetenz und Erfahrung um ein Vielfaches besser geeignet, eine Echte Kontrollfunktion (vor der sich v.a. Herr Zehetner so sehr zu fürchten scheint), wahrzunehmen.

2. Herabsetzung der Pflichtangebotsschwelle

Dieser Taschenspielertrick dient lediglich dazu, die Macht der bestehenden Großaktionäre Fries und Scherb für alle Ewigkeit einzuzementieren. Damit wird künftig jeder Einstieg institutioneller Profis verunmöglicht!

3. Angebot zum Einstieg bei der CA Immo

Dieser Vorschlag, bei der CA Immo (ohne jede Chance auf eine bestimmende Mehrheit)einzusteigen ist ohnehin aberwitzig und würde eine Geldverbrennung in in Österreich noch die dagewesenem Ausmaß darstellen. Allein die Debatte darüber ist eine intellektuelle Beleidigung denkender Aktionäre!

Sehr geehrte Aktionäre, helfen auch sie mit, den egomanischen Amoklauf einzelner Manager zu beenden und die Immofinanz in bessere, professionellere Hände – Herrn Schumy schließen wir in diese Hoffnung mit ein – zu geben.

 

Stillhalteabkommen?

Herr Zehetner argumentiert einiger Zeit immer mit einem angeblichen Stillhalteabkommen, gegen das die CA Immo nun verstoßen hätte.

Die CA Immo wehrte sich gestern dagegen mit großer Vehemenz, wie in zahlreichen Medien nachzulesen war.

Nachdem uns und den meisten anderen Aktionären der exakte Inhalt nicht bekannt ist, können wir nur anhand der bekannten Aussagen unsere Schlüsse ziehen.

Das Argument der CA Immo, wonach das Abkommen allerdings nie in Kraft getreten sei, erscheint uns allerdings schlüssig. Warum?

– Wie hätte es sonst das verbindliche Angebot der Immofinanz beim Verkauf der Bank-Austria-Anteile geben können? Und wie hätte es nun das medial artikulierte „Gegenangebot“ geben können?

– Warum war im Februar – am Anfang des Interesses der CA Immo – in den Wortmeldungen von Zehetner und Co wochenlang NIE die Rede von so einem Stillhalteabkommen? (Da ging es in den Wormeldungen stets um die Höhe des Angebots, nie um die Illegitimität des Angebots an sich)

– Erst als die Luft dünn würde, referenzierte man auf dieses Abkommen.

Herr Zehetner, damit werden Sie daher nicht durchkommen!!! Sie werden mit Ihrer Kontrollverhinderungstaktik Schiffbruch erleiden.

 

 

panische Winkelzüge

Dem kommenden „Profil“ ist zu entnehmen, dass das Management unserer Immofinanz einen weiteren Versuch unternommen hat, den Status Quo für die Großaktionäre Fries und Scherb einzuzementieren und effektive Kontrolle des aktuellen Managements zu verhindern: Per einstweiliger Verfügung, soll dem Aktionär CA Immo nun sogar das Stimmrecht entzogen werden.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150411_OTS0003/profil-immofinanz-klagt-ca-immo

Wir gehen aber davon aus, dass immer mehr Aktionäre dieses Spiel durchschauen und dem Management nächste Woche ihre Zustimmung zu diesen Spielereien verweigern.

Wir empfehlen jedem kritischen Aktionär, dies zu tun. Unabhängig davon, ob man dem Angebot der CA Immo nähertreten will oder nicht.

Die CA Immo hat ein – gemessen an der aktuellen Lage – durchaus faires Angebot gemacht. Unsere Gruppe wird aber weiterhin Aktionärin der Immofinanz bleiben. Dem Management wird aber – das ist eine Selbstverständlichkeit – die Zustimmung zu diesem skandalösen Vertuschungsregelwerk und der aberwitzigen Ermächtigung zur Beteiligung an der CA Immo verweigert.

9.4. Replik der CA Immo

Die CA Immo reagierte heute ihrerseits auf die gestrige Stellungnahme des Vorstandes unserer Immofinanz.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/4704416/Streit-geht-weiter-CA-Immo-stosst-sich-an-Tagesordnung-der

Es ist aus unserer Sicht überaus erstaunlich, dass sich sowohl Aufsichtsrat als auch Vorstand derart vehement gegen zusätzliche Immobilienexpertise im Aufsichtsgremium wehren.

Das Handeln der beiden bestimmenden Gesellschafter Fries und Scherb erscheint zumindest aus machtpolitischer Sicht verständlich. Hier soll mit allen Mitteln der bestimmende Einfluss dieser beiden Herren für alle Zeit einzementiert werden.  Nicht nur in Form der zusätzlichen, einmal mehr branchenfremden Aufsichtsräte, sondern auch durch die Herabsetzung des Prozentsatzes für das verpflichtende Übernahmeangebot. Jeder andere rationale Aktionär wird sich dagegen auflehnen, aber aus deren Sicht erscheinen diese Handlungen logisch.

Nicht so ist es beim Vorstand, schon gar nicht bei einem Vorstand, der sich in drei Wochen (allenfalls ausgestattet mit einem Dividendenbonus) in die Pension verabschiedet. Hier sollten eigentlich sachliche Argumente zum Tragen kommen und Kontrollorgane vom Fach eigentlich willkommen geheißen werden.

Sollten. Es sei denn, der emotionale und nach außen irrational erscheinende Abwehrkampf des Herrn Zehetner hat einen ganz profanen Grund: Es soll verhindert werden, dass Managemententscheidungen (und AR-Entscheidungen) der letzten Jahre von Profis hinterfragt werden.

Nur unter dieser Prämisse – selbstverständlich unterstellen wir hier niemandem etwas – macht dieses Agieren aus unserer Sicht Sinn. Nur so bekäme das aggressive und nicht rationale Verhalten eine gewisse Logik. Wir überlassen diese Bewertung Ihnen, geschätzte Leser.

Abgesehen  von der betont sachlichen (und von uns auch gelobten) Aussendung von gestern, war Herr Zehetner gestern Abend wieder fleißig am Zündeln: Abgesehen davon, dass wir uns fragen, ob der CEO unseres Unternehmens in Zeiten wie diesen die Zeit nicht besser einsetzen kann, als gemeinsam mit Leuten aus der dritten Managementebene (die anderen Unternehmen waren mit den Investor-Relations-Leuten vertreten) an einer 60-Personen-Veranstaltung des Börse-Express teilzunehmen, waren leider wieder emotionale Ausraster am laufenden Band zu hören:

Sinngemäße Wortspenden wie „wir werden nicht an jemanden verkaufen, der in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er es nicht drauf hat“ oder „Ich denke, wir alle wissen, dass Herr Ettenauer nicht mein Nachfolger werden kann“ ordnen sich leider wieder in das bekannte und befremdliche Zehetner-Aktionsmuster ein.

 

 

 

 

8.4. Empfehlung des Immofinanz-Vorstandes

Heute kam das Immofinanz-Management ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach und veröffentlichte eine Empfehlung zum Angebot der CA Immo.

http://www.immofinanz.com/de/presse/pressearchiv/ID1314/immofinanz-vorstand-empfiehlt-nichtannahme-des-teilangebots-von-ca-immo-o1-nicht-im-interesse-aller-aktionaere/

Im Unterschied zu den unerträglichen und unverantwortlichen Ausritten sowie unwürdigen Untergriffen von Herrn Zehetner ist diese Aussendung endlich so, wie man es sich von einem börsennotierten Unternehmen erwarten darf: Nüchtern und durchaus professionell.

Man fragt sich daher: Warum nicht gleich? Wurde da jemand von insititutionellen Investoren zur Räson gebracht?

Und man fragt sich zweitens: Warum dieser panische Kreuzzug eines Managers, der in zwei Wochen Geschichte ist? Eine mögliche Erklärung liegt auf der Hand: Bei einem Erfolg des CA-Offerts ist es nur eine Frage der Zeit, bis endlich Profis die Aktivitäten der Ära Zehetner kritisch durchleuchten.

Wir werden dran bleiben, die Szenerie weiter kritisch beobachten und uns in den nächsten Tagen präzise zu den Tagesordnungspunkten in der HV äußern.

Zurück nochmal zu Herrn Zehetner: Der CEO der milliardenschweren Immofinanz diskutiert heute abend bei einer „Road Show“ des Börse-Express auf Augenhöhe mit den Investor-Relations-Officers der Firmen Palfinger und AT+S sowie einem Vertreter der Firma WEB Windenergie. Wir wünschen gutes Gelingen.

 

 

April, April

Schön zu sehen, dass das Management unserer Immofinanz trotz schlechter Zahlen, unklarer Russland-Strategie und nachweislich mehr als stotternder „Immobilienmaschine“ trotzdem noch Sinn für Humor hat.

Sehr geehrtes Immofinanz-Team, wir gratulieren Ihnen zu diesem gelungenen Aprilscherz, den Sie als Inserat im heutigen KURIER geschalten haben:

April

Es bedarf einer gehörigen Portion Selbstironie, ausgerechnet mit der „Immobilienmaschine“ in die Aktionärswerbung zu gehen. Denn die „Immobilienmaschine“ ist wohl das allergrößte Problemkind unserer Immofinanz. Wir verweisen dazu auf folgende Beiträge aus unserem Blog:

„Immobilienmaschine im Realitycheck“

„GASTBEITRAG: Immobilienmaschine“

Die Aktionäre, sehr geehrtes Immofinanz-Management, würden sich wünschen, hätte die oft abgefeierte „Immobilienmaschine“ der Immofinanz wenigstens einen Mopedmotor.