Archiv für den Monat: Oktober 2015

Kursziel unter 2 – die Mauer ist durchbrochen

Via Bloomberg platzte heute früh die Bombe. Die Analysten von HSBC sind die ersten, die die 2-Euro-Mauer durchbrochen haben und unserer Immofinanz nur noch ein Sell-Kursziel von EUR 1,80 zutrauen.

http://www.boerse-express.com/cat/pages/1599211/fullstory

Das ist der vorläufige Höhepunkt eines zusehenden Vertrauensverlustes unserer Gesellschaft. Wir dürfen an dieser Stelle noch einmal leidvoll an die eindringliche Empfehlung von Herrn Zehetner (samt Rest-Vorstand und Aufsichtsrat) vor einem halben Jahr erinnern, ja nicht Anteile um EUR 2,80 an die CA Immo abzutreten. Seit diesen unrühmlichen Tagen ist gerade mal ein halbes Jahr vergangen.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt weit darunter. HSBC hat nun den Damm gebrochen.

Wann gibt es endlich klare Infos zu offenen Fragen, die seit Monaten schwelen (BUWOG-Anteil, Logistik-Verkauf, Dividende etc)?

 

Verkauf Logistik – Mangelnde Informationspolitik

Vor nunmehr 2 Monaten wurde seitens CEO Schumy für viele völig überraschend angekündigt, die Logistiksparte unserer Immofinanz veräußern zu wollen.

Wir haben bereits damals kritisch angemerkt, dass es für die Aktionäre hilfreich wäre, nähere Informationen darüber zu erhalten. Denn ein Ende der Logistiksparte würde das Bild unserer Immofinanz deutlich prägen und verändern.

Leider folgte der sehr vagen Bekanntmachung vor zwei Monaten seither keine einzige valide Information mehr. Es ist bis dato völlig unklar,

– wie weit die Überlegungen mittlerweile gediehen sind

– ob bereits eine Investmentbank beauftragt wurde

– ob man an einen Paketverkauf oder an die Veräußerung einzelner Objekte denkt

– ob diese Ankündigung vor 2 Monaten überhaupt noch aktuell ist.

Diese Art der Informationspolitik ist mehr als enttäuschend und stellt weder eine besondere Art der Vertrauensbildung für die Aktionäre noch ein angemessenes Informationsverhalten eines ATX-Titels dar.

6 Monate neues Management

Seit nunmehr 6 Monaten hat unsere Immofinanz einen neuen CEO. Dr. Schumy hat die zweifellos schwierige Aufgabe, die zahlreichen zum Teil schwerwiegenden Fehlentscheidungen der Ära Zehetner auszubügeln und gleichzeitig den verfahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Bei allem Verständnis für die schwierige Situation, die Dr. Zehetner hinterlassen hat, ist die erste Zwischenbilanz leider ernüchternd.

Die Bilanz ist gekennzeichnet durch eine äußerst spärliche Informationspolitik, völlig unverständliche Bonuszahlungen für Herrn Zehetner und durch ein nur als verunglückt zu bezeichnendes Prozedere mit dem Umtauschangebot (Wobei hier der Hauptfehler – das kann mangels Information nicht verifiziert werden – noch beim alten Management liegen könnte).

Auch der Aktienkurs ist leider ernüchternd. Von den Euro 2,80 (als das alte Management dringend geraten hat, nicht an die CA Immo zu verkaufen) ist man meilenweit weg. Man kann – wenn man wohlwollend ist, nach dem ersten Absturz bestenfalls von einer Seitwärtsbewegung sprechen.

chart 6m

Dies ist leider sehr enttäuschend.

 

Deutsche Wohnen vor Übernahme: Entsteht endgültig übermächtiger BUWOG-Gegner?

Just während der diesjährigen BUWOG-Hauptversammlung (Dienstag, 13.10., Wiener Stadthalle) begannen sich Gerüchte zu verdichten, wonach die Nachfolgegesellschaft der deutschen Annington (Vonovia) mit der deutsche Wohnen den zweiten Branchenriesen schlucken will.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vonovia-will-deutsche-wohnen-fuer-14-milliarden-euro-uebernehmen-a-1057696.html

Heute vermelden deutsche Medien, dass diese Überlegungen schon weit gediehen sein dürften und die Übernahme der Nummer 2 (über 140.000 Wohnungen) durch die Nummer 1 (mehr als 350.000 Wohnungen) unmittelbar bevor stehen könnte.

Damit würde ein Branchenriese mit rund 500.000 Wohnungen in Deutschland enstehen.

Warum ist das relevant für unsere Immofinanz? Nachdem unsere Immofinanz (nach dem sündteuren teuren und womöglich verunglückten Umtauschangebot) nach wie vor auf einen Gutteil ihrer BUWOG-Aktien sitzt, rückt deren Performance in Deutschland wieder in den Mittelpunkt.

Die von Dr. Zehetner damals groß rausposaunte Frankfurt-Notiz erwies sich als Flop, weil wohl angesichts der vergleichsweise zu oben mickrigen Zahl von 20.000 deutschen Wohnungen und der Tatsache, dass interessierte Investoren eben auch eine starke Österreichkomponente mitkaufen müssten, die Aktie für den deutschen Markt schlicht nicht attraktiv genug ist.

Durch diese neue Fusion würde sich das keineswegs verbessern – im Gegenteil! Im Vergleich zum Deutschlandanteil der BUWOG wäre der neue Riesenkonzern 25 mal (!) größer und damit endgültig übermächtig und außerhalb jeder Reichweite.

Wien – droht neuer Büro-Leerstand

Die Wiener Immofinanz-Immobilien haben – wie bereits mehrfach berichtet – mit im Vergleich zum Gesamtmarkt überdurchschnittlichen Leerständen zu kämpfen.

Neben dem bereits mehrfach angesprochenen Wienerberg (Twin-Towers und umliegende Gebäude) u.a. durch den Auszug der ÖBB Anfang des Jahres  gibt es auch schlechte Neuigkeiten bezüglich des früheren Immofinanz-Sitzes am Gaudenzdorfer Gürtel. Die Erste Bank bereitet sich offenbar auf einen Umzug (ebenfalls Richtung Hauptbahnhof) vor.

Die Frage, die sich auch hier stellt: Wie aktiv ist die Neumieteransprache und wie reibungslos wird ein attraktiver Ersatzmieter gefunden?

Oder droht ein weiterer neuer Büro-Leerstand in Wien

 

Die Beteiligung von Dr. Fries

Der aktuelle Quartalsbericht Q1 gibt Auskunft über die aktuelle Beteiligung der Fries-Gruppe an unserer Immofinanz. Laut der Seite 23 des Berichtes hält Fries derzeit rund 6,5 Prozent am Unternehmen.

fries

Allerdings fragen wir uns, ob diese Darstellung nicht zu kurz greift. Denn neben der Gruppe Fries gibt es auch noch die Beteiligung von Herrn Scherb. Beim damaligen Kauf sind Scherb und Fries jedenfalls als Gruppe aufgetreten. Dass Scherb nach wie vor eine beträchtliche – wenngleich noch unter 5 Prozent – Beteiligung halten dürfte, ist aus unserer Sicht plausibel. Anders wäre nämlich die Entsendung des engen Scherb-Vertrauten Herrn Populorum in den Aufsichtsrat nicht zu erklären. Falls Scherb und Fries noch immer die selben Interessen verfolgen, kann von einem Einfluss auf rund 10 Prozent der Stimmrechte ausgegangen werden. Angesichts der von Dr. Zehetner auf der letzten Hauptversammlung durchgedrückten satzungsändernden Beschlüsse (u.a. wesentlich reduziertes Quorum für verpflichtendes Übernahmeangebot) erscheint diese Position, mit der die Gesellschaft jederzeit dominiert werden kann, auch einzementiert.

Wir fragen uns, ob der sehr eigenwillige und unüblich rückwirkend gewährte Millionenbonus für Herrn Zehetner nicht andere Gründe hat. Jedenfalls wird der Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung sehr präzise Auskunft über die Umstände der Bonuszahlungen an Herrn Zehetner zu geben haben.

Neues Büroprojekt in Deutschland – drohen weitere Leerstände?

Heute verlautbarte unsere Immofinanz ein neues großes Büro-Entwicklungsprojekt in Deutschland:

http://www.immofinanz.com/de/investor-relations/meldungen/corporate-news/immofinanz-treibt-expansion-in-deutschland-voran-bau-der-firmenzentrale-fuer-trivago-als-weiterer-meilenstein/ID12483

Offenbar sollen am so genannten Medienhafen in Düsseldorf 200.000 m2 neue Büroflächen entstehen.

Die Schwerpunktsetzung des neuen Management in Ehren, etwas gegen die Russlandlastigkeit zu tun, aber wir stellen uns mit beträchtlicher Sorge die Frage, ob es wirklich strategisch vernünftig ist, angesichts der bereits jetzt schon enorm hohen Leerstandsraten der deutschen Immofinanz-Immobilien, eine weitere neue Fläche zu entwickeln. Das kann und wird die dramatische deutsche Leerstandssituation von mehr als 40 (!) Prozent alles andere als verbessern!

Vor diesem Hintergrund müssen wir unser vorsichtiges Lob, bei der heute begonnenen Expo Real den Markt aktiv anzusprechen wieder relativieren.

 

Immofinanz auf der Expo Real

Das heutige Wirtschaftsblatt brachte einen kurzen Vorbericht auf die kommende Expo Real. Unsere Immofinanz wird dort mit einem eigenen Stand vertreten sein:

http://wirtschaftsblatt.at/home/life/immobilien/4832798/Die-Expo-ruft-immer-mehr-kommen?from=suche.intern.portal

Abgesehen davon, dass man sich fragen kann, ob es nicht unnötig hohe Kosten verursacht, einen eigenen Messestand anstelle des österreichischen Gemeinschaftsstandes zu buchen, halten wir die Idee von Herrn Schumy, gerade jetzt in Deutschland Präsenz zu zeigen, für eine gute.

Angesichts der desaströsen Leerstände im deutschen Markt macht eine aktive Mieteransprache jedenfalls Sinn. Wir hoffen, dass das auch passiert und dass nicht bloß neue Werbesujets (Der fragwürdige Immofinanz-„Superman“ aus der Ära Zehetner lässt grüßen) präsentiert werden.