Archiv für den Monat: Juni 2017

Kapitalmarktkommunikation – sichtbare Verbesserungen

Im Bereich der Kapitalmarktkommunikation lief aus unserer Sicht in den letzten Jahren fast alles schief.

Während man unter Alt-CEO Zehetner den Eindruck haben musste, er vermeidet aktiv Conference Calls und wichtige Investorenkonferenzen (um dann gleichzeitig zB auf Micky-Maus-Events zB des Börse-Express zu poltern), wurde es anfangs bei CEO Schumy noch stiller. Das mag möglicherweise eine kurze Zeit lang sinnvoll gewesen zu sein, um einen Kontrapunkt zum wie ein Stammtisch-CEO agierenden Vorgänger zu sein. Lange war es aber eindeutig zu wenig. Wir haben das auch mehrmals – und wir glauben: zurecht – kritisiert.

Seit einigen Monaten hat sich das aber deutlich gebessert. Und CEO Schumy scheint im Herbst überhaupt keine Roadshow auszulassen. Wir halten das für wichtig – gerade im Hinblick auf bevorstehende Entscheidungen.

Hier das dichte Roadshow-Programm im September:

 

Kursziele: Analysten bleiben skeptisch

Aktuell bewegt sich die Aktie unserer Immofinanz rund um die 2-Euro-Marke. Damit hat unser Papier auch weiterhin den mit großem Abstand größten Abschlag auf den Net Asset Value (NAV) von allen anderen vergleichbaren Immobiliengesellschaften.

Auch wenn der Kurs zuletzt wieder leicht nach oben ging (er lag ja bereits um die EUR 1,70), bleiben die Analysten nach wie vor skeptisch. Aktuell bestätigt die HSBC ihr skeptisches Kursziel von 1,80 mit Empfehlung: Verkaufen!

http://www.boerse-express.com/cat/pages/2889810/fullstory

Das durchschnittliche Analystenkursziel bewegt sich damit weiterhin unter der 2-Euro-Marke. Diese Entwicklung wird sich wohl so lange nicht verbessern, solange nicht klare (und kluge) Entscheidungen zum Russlandportfolio getroffen werden. Wir sehen – ganz im Unterschied zur BUWOG, wo es keinen Sinn machte – in einem Spin-Off weiterhin die beste Lösung.

 

Quartalsbericht: Entwicklung Mieten

Der Quartalsbericht Q1 zeichnet ein durchaus erfreuliches Bild betreffend Mieterlösen. In allen Märkten konnten die Mieterlöse stabilisiert werden – mit durchwegs leichten bis hin zu deutlichen Steigerungen.  Rechnet man das mit den gestiegenen Auslastungen gegen, ergibt sich ein nicht ganz so deutlich positives – aber immerhin ein ganz klar stabiles Bild. Das ist positiv!

Besonders positiv ins Auge sticht die gesondert ausgewiesene Entwicklung in Russland, wo die Steigerung der Mieterlöse doch deutlich angezogen hat.

Insgesamt hat unsere Immofinanz im Segment Mieterlöse nach den desaströsen letzten Zehetner-Jahren wieder in die Spur gefunden.

Quartalsbericht Q1 – Leerstände

Die aktuellen Quartalszahlen unserer Immofinanz sind eher durchwachsen, das Ergebnis profitiert in erster Linie vom gestiegenen Kurs der CA-Immo-Beteiligung (dieser Effekt könnte größer sein, hätte man günstiger gekauft). Ansonsten sind einige operative Zahlen rückläufig.

Allerdings sehen wir auch einige wirklich positive Entwicklungen, die Anlass zur Hoffnung geben. Das ist eindeutig die Entwicklung der Auslastungszahlen. Nachdem in der Ära Zehetner die Leerstandsraten immer größer wurden und sich immer weiter von den jeweiligen Marktdurchschnitten wegbewegten, ist unter Dr. Schumy sichtlich eine Trendumkehr gelungen.

Bereits seit einem Jahr gehen die Leerstandsraten kontinuierlich zurück. Aus unserer Sicht scheint das ein nachhaltiger Trend zu sein. Dies gilt auch für das Problemkind Russland.

Da zudem auch die Mieterlöse steigen, haben sich – jedenfalls was derzeit Russland betrifft – unsere Befürchtungen nicht bestätigt, wonach man Auslastungszahlen auf Kosten sinkender Mieten „produziere“.

 

Das ist jedenfalls überaus positiv. Aber das darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nach wie vor unter dem Marktdurchschnitt in den Kernmärkten liegt.

Hauptversammlung

Die gestrige Hauptversammlung unserer Immofinanz brachte zwar noch immer nicht die erhofften Antworten auf die offenen Fragen zu Russland und CA Immo.

Bezüglich Russland vermeldete Dr. Schumy leichte Besserung am Markt. Diese Entwicklung gibt ihm recht und zeigt, dass die Forderung nach einem sofortigen Verkauf, wie es etwa von Petrus Adviders großflächig gefordert wurde, nicht richtig war. Auch wir hätten in einem sofortigen Verkauf ohne Rücksicht auf das Umfeld keinen Sinn gesehen.

Unklar bleibt allerdings weiterhin das Wie (Verkauf oder Abspaltung) und das Wann? Lediglich ein „zeitnah“ war Dr. Schumy zu entlocken. Gleiches gilt für die weiteren Pläne zur CA Immo. Auch hier hätten sich die Aktionäre sicherlich präzisere Auskünfte erhofft.

Ansonsten gab es von den Aktionären auffallend viel Lob für das Management – aus unserer Sicht nicht zu Unrecht. Denn die Bemühungen, mit dem von „Dr. Zehetner verursachten Scherbenhaufen“, wie es ein Aktionär ausdrückte, aufzuräumen, waren und sind da. Und sie haben auch langsam Erfolg, wie das erste Quartal 2017 zeigt. Vergleichsweise peinlich waren dem gegenüber einige (wenige) Kleinstaktionärs-CoReferate, für die der mit Millionenbonus in die Pension geschickte Alt-CEO immer noch – durch nichts zu rechtfertigenden Heldenstatus zu genießen scheint.

Die zweifellos größte Leistung des Management Schumy war in den letzten Jahren die Beilegung der zahlreichen Rechtsstreitigkeiten. Auch hier schließen wir uns dem Lob der Aktionäre für die Lösung der Immoeast-Frage und dem Vergleich mit dem früheren Vorstand Petrikovics an.

Es ist Dr. Schumy in den letzten 2 Jahren sicherlich nicht alles gelungen (zB die sehr ungünstigen Zeitpunkte der Käufe der CA-Immo-Aktien – zu teuer – und der Verkäufe der BUWOG-Aktien – zu billig. Auch das wurde von den Aktionären zu recht angesprochen). Aber das Bemühen kann man dem Management nicht absprechen und das erste Quartal 2017 könnte erste Anzeichen für eine langsame Schubumkehr sein.