Archiv für den Monat: November 2017

Quartalszahlen / und CA-Immo Fusionspläne

Gestern veröffentlichte unsere Immofinanz ihre Zahlen für das dritte Quartal Q3.

https://www.immofinanz.com/de/ergebnis-fuer-die-ersten-drei-quartale-2017

Insgesamt können wir die Entwicklung als positiv beurteilen. Sowohl die Auslastung als auch die Mieterlöse entwickeln sich überaus erfreulich. Die mehr als unrühmliche Ära von Alt-CEO Zehetner erscheint vor diesem Hintergrund wirklich langsam überwunden.

Allerdings dürfen die Zahlen über zwei Faktoren nicht hinwegtäuschen:

  1. Inklusive Russland ist der Konzern nach wie vor deutlich negativ. Umso betrüblicher ist es, dass der Verkaufspreis (abgesehen, dass aus unserer Sicht ein Spin Off besser gewesen wäre) eine herbe Enttäuschung ist. Der Markt hat dies auch entsprechend quittiert.
  2. Ein Gutteil der Ertragssteigerungen ist auf den beträchtlich gestiegenen Kurs der CA Immo, an der unsere Immofinanz bekanntlich eine beträchtliche Beteiligung hält, zurückzuführen. Man profitiert also von Finanzerträgen und weniger von Erträgen aus dem operativen Geschäft.

Dies führt uns zu einem weiteren Kapitel: Die beabsichtigte Fusion mit der CA Immo:

Gestern gab es einmal mehr ein deutliches Statement der Gruppe Petrus Advisers (Klaus Umek), die sich für ein sofortiges Ende der Fusionsgespräche stark macht.

Wir verstehen die ablehnende Haltung dieser Gruppe durchaus, zumal wir nicht sehen, welchen Vorteil die CA Immo von einer solchen Fusion hätte. Im Unterschied zu der Gruppe um Herrn Umek waren wir aber immer gegen einen schnellstmöglichen Russland-Verkauf um jeden Preis – eben weil wir genau das befürchteten, was nun eingetreten ist: Ein mehr als enttäuschender Verkaufspreis, da der Zeitpunkt alles andere als glücklich war.

Die Argumente von Petrus Advisers können Sie heute in großflächigen Zeitungsinseraten und in folgender Aussendung nachlesen:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171128_OTS0118/petrus-advisers-fordern-sofortige-beendigung-der-fusionsvorbereitung-und-fokus-auf-wertpotenziale-bei-ca-immo-und-immofinanz

Ein Statement unserer Immofinanz steht bislang aus.

 

 

Quartalsbericht Q3 – Vorschau

Morgen veröffentlicht unsere Immofinanz nach Börseschluss die Quartalszahlen Q3. Neben den aktualisierten Werten v.a. hinsichtlich Mietentwicklung, Auslastung und anderer operativer Werte, die wir wieder genau analsyieren werden, erhoffen wir uns morgen oder spätestens am Mittwoch – bei der Veröffentlichung des dazugehörigen Quartalsberichts – Aussagen zur künftigen Entwicklung.

Bekanntlich wurde das Russlandportfolio mit gehörigen Abschlägen verkauft (gemessen an den Zehetner-Buchwerten müsste man von „gigantischen Abschlägen“ sprechen). Ein Spin Off wäre aus unserer Sicht besser gewesen. Wir erhoffen uns eine Darlegung der Entscheidungsgründe und Aussagen zur Fusion mit der CA Immo. Eine Lösung für das Russland-Portfolio wurde ja immer als Voraussetzung für die diesbezüglichen weiteren Schritte genannt.

Wir halten Sie, geschätzte Leser unseres Blog, auf dem Laufenden.

 

Russland-Verkauf: Ein erstes Abstrafen

Am ersten vollen Börsetag nach der Entscheidung von Aufsichtsrat und Vorstand wurde die Aktie unserer Immofinanz deutlich abgestraft und verlor knapp 3 Prozent an Wert.

https://www.wienerborse.at/news/apa-news-detail/?id=630812472

Uns wundert diese Reaktion der Anleger nicht, da auch wir erstens den Zeitpunkt für falsch halten, und zweitens eindeutig einen Spin-Off für die bessere Variante gehalten hätten.

Heute publizierte zudem die RCB ihr neues Kursziel für unser Unternehmen – auch hier wurde deutlich nach unten korrigiert: Von EUR 2,15 auf EUR 2,00 – mit der Empfehlung: „Reduzieren“:

http://www.boerse-express.com/cat/pages/2934942/fullstory

Das war kein guter Start. Allerdings schlechte Nachrichten mit Anlauf!

Verkauf Russland

Gestern beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat unserer Immofinanz den Verkauf des Russland-Portfolios an die russische Fort-Gruppe im Rahmen eines Share Deals.

https://www.immofinanz.com/de/investor-relations/meldungen/ad-hoc-meldungen/immofinanz-verkauft-einzelhandelsportfolio-moskau-an-fort-group/ID13429

Wir halten sowohl Vorgangsweise (Verkauf anstelle von Spin-Off ) als auch Verkaufspreis für nicht gut und erinnern daran, dass der Buchwert der Immobilien noch vor kurzem 1,7 Milliarden Euro betrug. Der nun erlöste Verkaufsbetrag von deutlich unter einer Milliarde liegt weit darunter.  Der Verkauf erfolgte auch unterhalb des aktuellen Buchwerts.

Wir befürchten, dass der Verkauf zu einem für unsere Immofinanz sehr ungünstigen Zeitpunkt erfolgte.

So sehr wir das Management von Dr. Schumy in letzter Zeit gelobt haben – diese Entscheidung halten wir für falsch.

Intensiver Roadshow-Herbst

Sieht man sich den Kalender unserer Immofinanz an, geht auch die zweite Herbsthälfte Herbst mit zahlreichen Kapitalmarktkommunikationsevents weiter. Nachdem wir das in der unrühmlichen Ära von Alt-CEO Zehetner und auch zu Beginn der Schumy-Ära mehrmals – aus unserer Sicht sicherlich zurecht – kritisieren mussten, hat sich das Blatt mittlerweile deutlich gewendet. Mit dieser Frequenz sind wir angesichts der großen bevorstehenden Entscheidungen (CA-Immo und Russland) wirklich zufrieden.

Als kleine Aktionärsgruppe hoffen wir nur, dass wir in der Kommunikation stets den gleichen Informationsstand wie institutionelle Investoren haben – aber davon gehen wir aus.