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DL: Immobilienzwerg BUWOG?

Bereits mehrfach wurde unserseits und unter reger Anteilnahme unserer Leser die teure Frankfurt-Notiz der BUWOG kritisiert. Die in der deutschen Metropole verschwindend gering gehandelten BUWOG-Aktien haben aus unserer Sicht vor allem zwei Ursachen:

1. Die BUWOG ist mit ihren rund 25.000 Wohnungen in Deutschland für große Investoren angesichts der dort etablierten Riesen wie deutsche Annington, deutsche Wohnen oder GAGFAH viel zu klein.

2. Die BUWOG ist genau das, was man uns bei unserer Immofinanz als Grund für den Spin Off einreden wollte: Sie ist zu diversifiziert. Noch dazu in einer viel zugespitzteren Verteilung: Rund 50 Prozent ihres Portfolios liegt in Österreich – nicht gerade ideal, wenn man mit deutschem Portfolio gegen deutsche Konkurrenz in Deutschland zu konkurrieren hat.

Mit heutigem Tag spitzt sich diese Situation noch mehr zu: Die deutsche Annington und die GAGFAH wolllen fusionieren und einen Immoriesen mit 350.000 Wohnungen schaffen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/immobilienbranche-deutsche-annington-will-gagfah-uebernehmen-a-1005899.html

Bereits jetzt ist die BUWOG klein, nun wird sie in Relation dazu endgültig zum Zwerg.

Der Frankfurt-Flop wird damit um einen weiteren Baustein mehr besiegelt. Wir werden an dieser Stelle berichten, ob der Handel mit BUWOG-Aktien nun endgültig unter die Wahrnehmungsschwelle rutscht, oder ob wir mit dieser Prognose daneben liegen. Wir hoffen zweiteres, die Ratio sagt freilich anderes.

BUWOG – geplatzter Traum Deutschland?

Groß war die Euphorie der Immofinanz-Vorstände, als man Anfang des Jahres unter großem PR-Einsatz (inklusive völlig deplatzierter Sager wie „Die BUWOG ist die Dividende“) den BUWOG-Spin-Off und die Zweitnotiz dieses Papiers in Frankfurt verkündete.

Und großspurig waren auch die Ziele, die man sich gesetzt hat: Man wollte mit dem Papier in den MDAX. Unter manchen Immobilienexperten wurde das schon damals belächelt, aber wir Aktionäre glaubten einmal wieder den schön klingenden PR-Klängen. Rechtzeitig zum Spin-Off wurde durch massive Zukäufe noch die Braut für den deutschen Markt geschmückt.

Dann folgte die Notiz – und die Ernüchterung: Das Papier interessierte die deutschen Anleger nicht. Der MDAX war wohl für kaum ein Papier unerreichbarer als für die BUWOG. Wir haben uns vor einiger Zeit auch auf dieser Seite mit den verschwindend gering gehandelten Stückzahlen auseinandergesetzt. Hier geht es zu diesem Blogeintrag.

In der Zwischenzeit hat sich an der Situation nichts geändert. Eine Analogie aus dem Handel („wie Blei in den Regalen“) kommt einen sofort in den Sinn.

Wir haben uns die Stückzahlen (Xetra) des letzten Monats des Q2 (Oktober) angesehen. Die Zahlen, die eher an ein KMU erinnern als an eine große Immobiliengesellschaft, finden Sie hier. Selbst rund um die BUWOG-Dividende Mitte Oktober konnte von einem regen Handel, geschweige denn einer MDAX-Tauglichkeit keine Rede sein.

Was ist nun der Grund für diesen Frankfurt-Flop? Unsere damalige Vermutung, dass Frankfurt angesichts der dort herrschende Riesen wie Deutsche Annington, Deutsche Wohnen oder Gagfah für den Zwerg BUWOG der vermutlich schlechteste aller Standorte ist, scheint sich zu bewahrheiten.

Welcher deutsche Investor soll ein Papier eines kleinen und in Deutschland unerfahrenen Players kaufen, dessen halbes Portfolio sich nicht einmal in Deutschland, sondern in Österreich befindet?

Zur Verdeutlichung die Relationen:

Laut aktuellem Quartalsbericht besteht das Portfolio der Deutschen Annington aus rund 195.000 Wohnungen, der für 2015 angepeilte FFO beträgt 360 Millionen Euro. Die Deutsche Annington hat selbstverständlich die MDAX-Notiz geschafft und hat heute zudem eine neue Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen.

Die Gagfah plant laut aktuellem Quartalsbericht mit einem FFO von über 200 Millionen Euro bei rund 140.000 Wohnungen.

Die BUWOG, die für den Spin-Off (Stichwort „Braut für den MDAX schmücken“) massiv in Deutschland zugekauft hat, hat dort trotzdem erst schlanke 26.000 Wohnungen (und etwa gleich viele Wohnungen in Österreich), steht mit einem geplanten recurring FFO von 75 Millionen (natürlich der gesamten Gesellschaft) sehr klein da.

Conclusio: Die BUWOG ist zu klein und zu Österreich-lastig. Das Fabulieren über MDAX u.a. war ein potemkinsches Dorf und der Zukauf von deutschen Wohnungen hat das Portfolio bisher nur verwässert. Das Resultat sind die oben publizierten Stückzahlen, die nur einen Schluss zulassen: Die Frankfurt-Notiz ist und bleibt auch aus heutiger Sicht ein riesiger Flop.

 

„Rotes Tuch“ Immofinanz

Langsam scheinen sich auch Analysten und Journalisten verstärkt mit der im Vergleich zu anderen mehr als enttäuschenden Kursperformance unserer Immofinanz zu beschäftigen.

Im heutigen Wirtschaftsblatt berichtet Leo Himmelbauer von einer Herabstufung der Immofinanz durch die Analysten von Kempen. Außerdem berichtet er, analog zu unseren Beiträgen, von der Performance der Immofinanz seit Jahresbeginn.

Während andere Immoaktien regelrecht abhoben (Gagfah, + 42 Prozent, LEG + 36 Prozent, Deutsche Annington, + 27 Prozent, Deutsche Wohnen, + 21 Prozent) stürzte die Immofinanz, regelrecht ab und liegt zweistellig im Minus.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/3873914/Aktie-der-Immofinanz-heuer-ein-rotes-Tuch?_vl_backlink=/home/index.do

Manche Erklärungen für diesen Absturz fünz finden Sie auf unserem Blog.

 

Wir dürfen an dieser Stelle noch zwei Ankündigungen machen:

1. es folgt heute noch ein weiterer Beitrag über eine erstaunliche und aufschlussreiche Publikation der Immofinanz

2.  danke für alle Zuschriften, das viele Lob und die Anregungen. Wir sind überwältigt von Ihrem Interesse! Wir bedanken uns auch für vereinzelte Kritik. Wir sind mit der Beantwortung mancher Ihrer Zuschriften im Rückstand. Wir bemühen uns, das möglichst bald aufzuholen.