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Halbjahresbericht

Gestern nach Börsenschluss veröffentlichte unsere Immofinanz wie angekündigt die Halbjahreszahlen. Heute früh wurde dann auch der Quartalsbericht nachgeliefert.

Wir werden das Konvolut in den nächsten Tagen in gewohnter Weise für unsere Leser analysieren. Die überaus unbefriedigenden Zahlen waren leider im Rahmen unserer bescheidenen Erwartungen. Für andere Aktionäre dürften diese Zahlen aber dann doch überraschend gewesen sein – die Aktie unserer Immofinanz brach heute um 5 Prozent (!) ein.

Besonders düster sieht die Lage nach wie vor in Russland aus – und das, obwohl sich der Rubel sichtlich erholt hat und sich auch andere volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen langsam verbessern. Das in der mit dem Quartalsbericht mitgelieferten Präsentation präsentierte Russland-Chart sieht so aus.

Gegenüber den letzten desaströßen Monaten ist dieses Quartal eine erneute Ernüchterung. Um eine nochmalige deutliche Abwertung des Russlandportfolios wird man so kaum herumkommen. Kein Wunder, dass mit den Halbjahreszahlen wegen Russland auch die Fusion mit der CA Immo nach hinten verschoben wurde.

Abseits des von Dr. Zehetner hauptverschuldeten Russlanddesasters sehen wir auf den ersten Blick einiges an Schatten, aber auch etwas Licht.

Wir werden Sie in den Tagen vor Weihnachten noch in gewohnter Weise mit Analysen versorgen.

 

Quartalsbericht Q1 2016 – Vorschau

Kommenden Mittwoch veröffentlicht unsere Immofinanz den Bericht für das erste Quartal im Geschäftsjahr 2016.

Bislang ist es CEO Schumy noch nicht gelungen, das von seinem Vorgänger (Alt-CEO Zehetner) verursachte Trümmerfeld aufzuräumen.

Das erste Jahr unter dem neuen CEO war gekennzeichnet von

  • sinkenden Aktienkursen,
  • weiterhin sinkenden Kurszielen,
  • einer kontinuierlichen Abstufung unserer Immofinanz im ATX,
  • weiterhin sehr schlechter Auslastung im Bürosektor,
  • (erzwungener?) zum Teil zu billiger Verkauf der BUWOG-Aktien,
  • weiterhin negativen operativen Kennzahlen und
  • durch weiterhin ungelöste Russland-Problematik.

Zugegeben, all diese Probleme hat Dr. Schumy von katastrophal agierenden Vorgänger Zehetner geerbt. Aber es muss jetzt langsam Bewegung in die verfahrene Situation kommen.

Wir werden angesichts des Quartalsbericht genau beobachten können, was so manche Ankündigung von Dr. Schumy wert ist (es gab ja positive Ansätze im Bereich der Personalkostenreduktion und auch in Teilsegmenten des Bürosektors – etwa Deutschland. Auch das konsequente Abschließen mit der Vergangenheit durch Beendigung teurer Rechtsstreite v.a. mit Anlegern verdient Anerkennung). Wir sind gespannt, ob das nur Eintagsfliegen waren oder ob es hier endlich strukturelle und nachhaltige Effekte gibt.

Das wäre mehr als wünschenswert – sowohl im Hinblick auf die sicherlich kritischen Fragen mancher Aktionäre auf der kommenden Hauptversammlung als auch im Hinblick auf Gespräche mit Investoren, die nun offenbar doch langsam wieder aufgenommen werden.

Geschäftsbericht (3) – Chart Kursentwicklung

Wie in jedem Geschäftsbericht zeigt unsere Immofinanz die Performance der eigenen Aktie im Vergleich zu anderen. Das ist im aktuellen Geschäftsbericht nicht anders. Und das Bild ist seit Jahren leider sehr vertraut. Unser Unternehmen verliert jedes Jahr immer mehr an Boden. Das aktuelle Chart sieht so aus:

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Unsere Immofinanz verliert im Jahresvergleich 23 Prozent und ist damit stärker im Minus als alle anderen Indizes. Der IATX ist auch leicht im Minus.

Geschätzte Leser, hier handelt es sich um eine kleine Schummelei unserer Immofinanz. Denn der IATX ist AUSSCHLIESSLICH wegen unserer Immofinanz im Minus. Denn alle anderen heimischen Immobilienaktien sind alle im Plus – zum Teil gewaltig.

So stieg zB die S Immo im Vergleichszeitraum von EUR 8,18 auf EUR 8,57 – ein Plus von 5 Prozent.

Die CA Immo stieg ebenfalls. Von EUR 16,34 auf EUR 16,88.

Und Conwert stieg überhaupt um 22 Prozent (von EUR 11,35 auf EUR 13,83).

Alle Einzeltitel im Plus. Das verschweigt das heurige Chart. Stattdessen wird suggeriert: Alles ist im Minus, nur die Immofinanz stärker.

Man hätte aus Transparenz- und Vergleichbarkeitsgründen, wie es in Investorenpräsentationen immer wieder der Fall war, durchaus auch die Performance der Peer-Group-Aktien heranziehen können (Hier ein „Investorenupdate“ aus 2015 als Beispiel)

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Wir hoffen, dass die Zehertnerschen PR-Nebelgranaten nicht wieder einreißen

 

 

Geschäftsbericht (1) – Vorstandsbezüge

Interessanterweise sind es in Geschäftsberichten nicht selten die Vorstandsgagen, die als erstes den Weg in die Medien finden. So auch beim aktuell vorliegenden Geschäftsbericht 15/16 unserer Immofinanz.

So berichtete heute das WirtschaftsBlatt von deutlich gesunkenen Bezügen im Vergleich zur erfolglosen und trotzdem überaus teuren Ära Zehetner.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/5068141/Immofinanz-hat-Vorstandsgagen-halbiert

Neben den von uns bereits als positives Signal angesehenen Einsparungen beim Personal wurde also auch beim Vorstand drastisch gespart. Herr Schumy verdient nur noch ein Drittel (!) von Alt-CEO Zehetner, der letztes Jahr noch über 3,5 Millionen Euro eingestreift hat.

Hier zeigt sich einmal mehr der Skandal, dass der Alt-CEO für desolate Managementleistungen (Kurssturz, Dividendenausfälle, zahlreiche Managementfehler) auch noch widerspruchslos belohnt wurden. Dr. Schumy, der den Karren nun aus dem Dreck zu fahren hat, muss sich einigermaßen veräppelt vorkommen angesichts dieser unglaublichen Sprünge.

Auch wurde die Spezial-Bonusregelung, die damals nur Dr. Zehetner hatte (und ihm skandalöserweise Millionen einbrachte), nicht mehr für den neuen CEO angewendet.

Zeit für Dr. Schumy, sich die Ära Dr. Zehetner auch rechtlich genauer anzusehen.

 

Jahreszahlen 15/16: Zahlen sagen mehr als Worte

Geschätzte Leser, liebe Aktionäre unserer Immofinanz. Zahlen sagen mehr als Worte. Bevor wir in den nächsten Tagen die Ergebnisse in bewährter Weise analytisch aufbereiten, lassen wir vorerst die nackten Zahlen sprechen, die unser Unternehmen gestern Abend präsentierte.

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Diese tiefroten Zahlen, die noch schlimmer ausgefallen sind als von den Analysten befürchtet (Leser unseres Blog werden weniger überrascht sein), sind das in Zahlen gegossene Erbe der Ära Dr. Eduard Zehetner.

In den kommenden Tagen werden wir die Ergebnisse im Detail untersuchen.

 

Halbjahreszahlen – ein Desaster mit Anlauf

Die gestern am späten Abend veröffentlichten Halbjahreszahlen sind – unbare Effekte wie Währungsbewertungen einmal ausgenommen – leider das erwartete Desaster. Es scheint, als würden die Folgen jahrelanger Fehlleistungen durch das Management unter Alt-CEO Zehetner, den neuen CEO noch weit länger beschäftigen als das noch vor ein paar Monaten erwartbar war.

Sämtliche operativen Zahlen sind negativ. Die Auslastung über die gesamte Immofinanz liegt nur noch bei etwas über 80 Prozent, die Mieterlöse sind um nahezu 25 Prozent abgestürzt, das Ergebnis aus dem operativen Geschäft hat sich mehr als halbiert.

Diese Zahlen, in Kombination mit einem traurigen Aktienkurs, der sich momentan nur knapp über 2 Euro halten kann, sind dramatisch.

Vor diesem Hintergrund ist es umso unverständlicher, dass das Management bei der Hauptversammlung vor 2 (!) Wochen nicht von sich aus in der Lage war, etwa die dramatische Auslastungssituation ehrlich anzusprechen.

Beschämend!

Wir werden den Halbjahresbericht in den folgenden Tagen in der Tiefe analysieren und unsere Einschätzungen Ihnen, geschätzte Leser, hier mitteilen.

 

 

Geschäftsbericht: PR vs. Fakten

Die Manager unserer Immofinanz müssen sich immer wieder – auch auf dieser Seite – den berechtigten Vorwurf gefallen lassen, eine schöne PR-Fassade errichtet zu haben, die den Aktionären aber immer wieder den Blick auf die Fakten verstellt.

Nun leuchtet ein, dass sich eine börsennotierte Gesellschaft gut verkaufen und präsentieren muss. Ein Problem wird das Ganze nur, wenn Fakten damit zugedeckt oder zumindest verzerrt dargestellt werden.

Leider passiert das laufend und reicht von flapsigen Aktionärsprovokationen a la „Die BUWOG ist die Dividende“ (Copyright Dr. Zehetner) bis hin zu unnötigen Euphemismen bei den Zahlen. Es ist z.B. einfach unehrlich und langfristig sinnlos, sich – wie im letzten Geschäftsbericht geschehen – ein Ergebnis schönzureden, das einzig und allein durch einen zufällig an diesem Tag günstigen Wechselkurs zustande gekommen ist. Die Strafe – in Form eines deutlich anderen und schlechteren Wechselkurses – erfolgte dann beim ersten Quartalsbericht auf den Fuß, wo man dann plötzlich Erklärungsbedarf auch für die alten Zahlen hatte.

In einem Geschäftsbericht darf so etwas nicht vorkommen. Er ist die wichtigste Informationsquelle für Aktionäre und eine wesentliche Visitenkarte des Unternehmens.

In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazin „Trend“ (11/14) gibt es eine große Story über die Geschäftsberichte heimischer börsennotierter Unternehmen. Dabei werden auch die Qualität der Geschäftsberichte beurteilt und die zehn besten Geschäftsberichte prämiert.

Um Ihnen die Spannung – sollten Sie den Artikel nicht gelesen haben – gleich zu nehmen, auf welchem Platz denn die Immofinanz rangiert: Die Immofinanz hat es zu keiner einzigen Top-10-Nennung gebracht: Weder in der Gesamtwertung, noch bei irgend einer Sub-Wertung wie „Betriebswirtschaft“, „Redaktionelle Gestaltung“ oder „Sustainability“.  nicht Diese Blamage mag auf den ersten Blick überraschend sein, da es zB die beträchtlich unbedeutendere Conwert in einige Rankings geschafft hat. Auf den zweiten Blick überrascht das nicht: Der Aktionär braucht keine Hochglanz-Werbebroschüre sondern will sich anhand der Fakten ein Bild machen. Wenn aber diese Fakten so wie oben oder auch in einigen unserer Beiträge zum Beispiel über die sehr geschönte und einfach nicht korrekte Darstellung  über Leerstände präsentiert werden, wundert dieser Bauchfleck nicht mehr.

Der „Trend“ steht der Immofinanz bekanntermaßen ziemlich wohlwollend gegenüber. Herr Zehetner wurde ja sogar zuletzt „Mann des Jahres“. Dass man hier trotzdem durchgefallen ist, sollte den Verantwortlichen wirklich zu denken geben.