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Selbstzweck Immobilienverkäufe?

 

Bereits mehrfach stellten wir die Frage nach dem tieferen Sinn einzelner Verkaufsmaßnahmen unserer Immofinanz.

Der vor sich gehende Abverkauf bestehender Immobilien wird ja nicht einmal ansatzweise durch neue Developements aufgewogen. Es wird also Cash gehortet. Die Frage ist: Wozu?

In die gleiche Kerbe schlägt nun auch der Mitbewerb:

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/4959403/S-Immo-verspricht-weitere-Rekordjahre

So fragt sich – aus unserer Sicht mehr als zurecht S-Immo-CEO Vejdovszky: „Warum sollte ich gute Immobilien günstig verkaufen? Was mache ich mit dem Geld, lege ich es aufs Sparbuch?“

Freiwillig auf gute Renditen verzichten und Finanzmittel horten. Das, geschätztes Immofinanz-Management, macht keinen Sinn. Ist es nicht vielmehr doch so, dass in Russland weiteres Ungemach, wie Kapitalnachschüsse, droht?

Nur dann wäre die derzeitige „Strategie“ erklärbar. Leider scheint man sich zumindest bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres für die Vogel-Strauß-Politik des kommunikativen Autismus entschieden zu haben. Ein zutiefst unbefriedigender Zustand.

 

Quartalsbericht (1) – Liquide Mittel

Der aktuelle Quartalsbericht (Q3 per 31.1.2016) unserer Immofinanz zeigt auf Seite 36 folgende aktuelle Bilanz (mit Vergleichswerten zum letzten Bilanzstichtag per 30.4.2015):

bilanz q3

Ein Posten ist besonders auffällig: Die liquiden Mittel haben sich gegenüber dem letzten Bilanzstichtag innerhalb von 9 Monaten halbiert – dies trotz des Verkaufs der ersten BUWOG-Tranche im Herbst.

Der nun ausgewiesene Wert von lediglich knapp 220 Millionen Euro erscheint für eine Gesellschaft dieser Größe extrem gering zu sein.

Vor dem möglichen Hintergrund allfälliger weiterer Nachschusspflichten gegenüber den in Russland finanzierenden Banken erscheint angesichts dieser niedrigen Liquidität unsere These von letzter Woche (Verkauf BUWOG zweite Tranche) noch plausibler. Unserer Immofinanz blieb womöglich nichts anderes übrig, als die BUWOG-Anteile dieses Mal weit unter dem Börsenkurs zu verscherbeln.

Angesichts dieser Zahlen werden auch mögliche Hintergründe des Verkaufes des gesamten Logistikbereichs, den wir als strategisch zumindest sehr umstritten kritisiert haben, klarer: Auch das könnte – wie die zweite BUWOG-Tranche – ein Notverkauf gewesen sein.

Wir sind entsetzt darüber, dass man die Quartalsergebnisse – zB hinsichtlich der liquiden Mittel und der Hintergründe – nur so unzureichend kommuniziert und vor allem erklärt. Was ist wirklich los mit unserer Immofinanz? Wir Aktionäre haben uns verdient, dass man reinen Wein einschenkt.