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Geschäftsjahr 14/15 – Dr. Zehetners Abschiedsgeschenk

Die gestern Abend veröffentlichten Zahlen des Geschäftsjahres bestätigen das, was sich bereits ganz zu Beginn unserer Blogtätigkeit vor einem Jahr abgezeichnet hat: Unsere Immofinanz bilanziert das abgelaufene Geschäftsjahr katastrophal.

http://www.immofinanz.com/de/presse/pressearchiv/ID1351/immofinanz-bestaetigt-vorlaeufige-zahlen-operatives-ergebnis-2014-15-verbessert-aber-konzernergebnis-von-bewertungseffekten-deutlich-belastet/

Das Abschiedsgeschenk, das Dr. Zehetner uns Aktionären und seinem Nachfolger hinterlassen hat, stellt sich leider so dar, wie erwartet:

Nahezu alle operativen Kennzahlen sind negativ, wie man bereits der oben verlinkten Aussendung entnehmen kann.

kennzahlen 1415

Darüber hinaus sind u.a. auch die Leerstände angestiegen. Und es ist auch auch der Net Asset Value (NAV) der Gesellschaft gesunken.  Vielleicht haben wir alle Herrn Zehetner die letzten Jahre immer falsch verstanden, als er landauf landab vom Heranführen des Börsekurses an den NAV redete. Vielleicht – das bildet sich in den Zahlen eher ab – meinte er es ja umgekehrt: Das Heranführen des NAV an den niedrigen Börsekurs. Man verzeihe uns diesen Sarkasmus.

Wir haben auch das Verschieben der Hauptversammlung und die Ideen, das Logistikportfolio zu verkaufen, zur Kenntnis genommen. Wir warten auf die diesbezüglichen Erläuterungen von Herrn Schumy und werden diese analysieren.

Vorab deponieren wir auf Basis der vorliegenden bruchstückhaften Information an dieser Stelle aber unsere Skepsis. Wir fürchten, dass dadurch einerseits eine noch stärkere Russland-Gewichtung erfolgt und man damit andererseits als Immobiliengesellschaft nicht die richtigen Antworten auf die gesellschaftlichen Umwälzungen im Einzelhandel (Stichwort Internet) gibt.

ein verlorenes Jahr

Langsam neigt sich dieses Jahr dem Ende zu – Zeit eine kurze Bilanz zu ziehen:

Dieses Jahr war gezeichnet von fundamentalen Managementfehlern, mit dem man – unter anderem durch einen nicht notwendigen Spin Off der BUWOG – aus der Immofinanz ein Hochrisikopapier mit Russland-Schwergewicht gemacht hat. Hut ab vor der „Leistung“ des Managements, dies sogar sehenden Auges mitten in der größten Osteuropakrise seit Jahrzehnten gemacht zu haben.

Was folgte, konnte niemanden überraschen: Ein beispielloser Kursrückgang eines Papiers, das sich die letzten 5 Jahre ohnehin nur durch Seitwärtsbewegungen ausgezeichnet hat. Das Papier stagniert seit 5 Jahren – und wir hören und lesen seit 5 Jahren von der enormen Unterbewertung und vom großen Potenzial des Papiers. Seltsam nur, dass dieses Potenzial, von dem wir immer lesen, noch nie ein institutioneller Investor erkannt hat.

Dabei bräuchten die doch nur die gebetsmühlenartige Hofberichterstattung einiger immofinanzgewogener Journalisten vom Börse-Express aufwärts lesen. Gestern zB von Herrn Fellhuber im Wirtschaftsblatt.

http://wirtschaftsblatt.at/home/boerse/analysen/4625635/Immofinanz-ist-eine-langfristige-Wette-auf-Russland

Hier ist wieder alles zu lesen. Die Aktie sei komplett unterbewertet und biete große Chancen. Schuld sei nur Russland und die BUWOG, ja die BUWOG performt sensationell – der mittlerweile sattsam bekannte BUWOG-Schmäh.

Dem Journalisten ist aber zugute zu halten, dass er keinen peinlichen und deplatzierten Jubelgesang anstimmt, wie es jüngst Herr Zehetner im Interview getan hat. Wie soll er auch, denn die auch im Wirtschaftsblatt gegenübergestellten Zahlen sprechen für sich: Alle operativen Zahlen negativ, im Gegensatz zur Branche dramatisch negativer Kursverlauf und ein Abschlag auf den NAV, der immer stärker zunimmt (deutlich über 50 Prozent).

Wobei das ja eigentlich, wie wir immer wieder seitens unseres Managements oder von gewogenen Journalisten lesen, ja eigentlich toll ist, weil es so tolle Chancen bietet. Seit 5 Jahren lesen wir davon…

Liebe Leser, wir wünschen Ihnen trotz allem Ärger besinnliche Feiertage. Wir werden Ihnen noch vor dem Jahreswechsel wieder zur Verfügung stehen.

 

GASTBEITRAG: „Immobilienmaschine“

Liebe Leser,

ein aufmerksamer Leser unseres Blogs – gleichfalls Immofinanz-Aktionär – hat uns einen Text mit der Bitte um Veröffentlichung geschrieben. Wir haben uns entschlossen, diesem Wunsch gerne nachzukommen, zumal er ein interessantes Thema aufwirft. Wir publizieren den Text dieses uns namentlich bekannten Lesers ungekürzt und vollständig.

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Immobilienmaschine – die richtige Strategie?

Viele regelmäßige Hauptversammlungs-Besucher werden mir bestätigen, dass uns ein Schlagwort nun seit mehreren Jahren begleitet: Die Immofinanz soll / will eine Immobilienmaschine sein / werden. GASTBEITRAG: „Immobilienmaschine“ weiterlesen

Kennzahlen – Der Rubel rollt

„Der Rubel rollt“ – das trifft in gewisser Weise auch auf unsere Immofinanz zu.

Allerdings ist der Konnex kein Erfreulicher: Die Darstellung der Ergebniskennzahlen auf Seite 3 des aktuellen Geschäftsberichtes spricht für sich und eigentlich erübrigt eigentlich fast die weitere Lektüre des reichlich bebilderten Hochglanz-Produkts:

Einzig und allein das EBIT bzw. Konzernergebnis hat sich positiv entwickelt. Dies ist aber lediglich durch Bewertungseffekte mit dem russischen Rubel positiv. Eine zufällige und extrem volatile Momentaufnahme, die keinerlei Grund für Jubel bietet. Alle anderen operativen Ergebniskennzahlen weisen eine negative Entwicklung auf!

In der Aussendung zu den Jahreszahlen versteckte man dieses Faktum fast bis zur Unkenntlichkeit und jubelte über ein „höheres Konzernergebnis“. Kennzahlen – Der Rubel rollt weiterlesen