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Retailmesse MAPIC in Cannes

Aktuell (16.-18. November) findet in Cannes wieder die traditionsreiche Immobilienmesse MAPIC, nach wie vor DIE Messe für den Bereich Einzelhandelsimmobilien, statt.

Das Erfreuliche ist, dass unsere Immofinanz – im Unterschied zur weltweit wichtigsten Immobilienmesse MIPIM – wenigstens auf dieser Messe vertreten ist:

http://www.mapic.com/en/search-results/?epslanguage=en&kw=immofinanz#

Weniger erfreulich – bzw positiver formuliert: voller Herausforderungen – ist allerdings das aktuelle Umfeld, in der sich die Retail-Branche derzeit bewegt.

Folgende Reportage des Immobilien-Magazins macht deutlich, dass sich gerade für unsere Immofinanz jene Herausforderungen stellen, vor der wir immer gewarnt haben:

  • Der Bereich Logistik wird im Retail-Bereich immer wichtiger (Stichwort Online-Handel): Unsere Immofinanz hat sich aber völlig konträr entschieden uns sich vom gesamten Logistikbereich getrennt.
  • Der Onlinehandel bringt Druck auf die Verkaufsflächen: Europaweit wird von einem Schrumpfen von 15 Prozent innerhalb von nur 10 Jahren ausgegangen.

https://www.immobilien-magazin.at/artikel/geschrumpfte_mapic/2016.6683/

Sich angesichts dieser wenig erbaulichen Szenarien weiter auf Einkaufszentren (Marke Vivo) zu stürzen – und das ohne jegliches immer wichtiger werdendes Logistik-Backbone – halten wir für falsch und nicht durchdacht.

Vorsichtig positiv sind hingegen die besseren Konjunktursignale aus Russland zu bewerten. Das wäre im Hinblick auf die geplante Trennung vom Russland-Portfolio wichtig!

 

 

Immofinanz erwirbt „Einkaufszentren“

„Immofinanz kauft 8 Einkaufszentren“. Diese Headline hat gestern sicherlich nicht nur uns einigermaßen schockiert. Denn gerade die Einkaufszentren-Strategie ist – Stichwort Onlinehandel – unter vielen Beobachtern und Experten sehr umstritten.

http://derstandard.at/2000047506581/Immofinanz-kauft-acht-Einkaufszentren

Liest man die Original-Pressemeldung unserer Immofinanz, wird die Angelegenheit doch einigermaßen erträglicher. Denn gemeint sind diesmal offensichtlich nicht Einkaufszentren, die vermehrt unter der Marke Vivo firmieren, sondern kleine Fachmarktzentren der Marke Stop Shop. Warum die Presseabteilung derartige „Missverständnisse“ in den Medien nicht korrigiert, verstehen wir allerdings nicht.

http://www.immofinanz.com/de/investor-relations/meldungen/corporate-news/immofinanz-erweitert-stop-shop-portfolio-durch-zukaeufe-um-acht-auf-66-retail-parks/ID13107

Fachmarktzentren mit Nahversorgerschwerpunkt gelten als wesentlich resistenter gegenüber dem Online-Boom. Das kann durchaus – wenn die Standorte passen – eine tragfähige Zukunft haben.

Bei Einkaufszentren, auch hier will unsere Immofinanz ja weiter investieren, bleiben wir in hohem Maße skeptisch.

 

 

Hauptversammlung: Retail-Strategie

In der letztwöchigen Hauptversammlung machten Dr. Schumy und seine Vorstandskollegen klar, dass sie nach dem von uns durchaus kritisch hinterfragten Verkauf der Logistik-Sparte ihren eingeschlagenen Weg im Bereich Retail fortsetzen wollen:

  • Ausbau der Fachmarkt-Marke Stop-Shop (kurzfristiges Ziel: Über 100 Standorte)
  • Ausbau der Einkaufszentren-Marke Vivo (zwei weitere Developments in Polen)

Wir halten diese Schwerpunktsetzung – Stichwort Online-Boom – nach wie vor für falsch. Dies gilt vor allem für die Einkaufszentren. In der Fachwelt gibt es immer mehr kritische Stimmen, die die Zukunft von Einkaufszentren angesichts des boomenden Onlinehandels überaus düster sehen. Wir haben mehrmals darüber berichtet. Hier noch weiter einen aktiven Schwerpunkt zu setzen und zu den 10 bestehenden noch 2 weitere (noch dazu an eher durchschnittlichen Standorten in Polen) zu entwickeln, sehen wir kritisch. Auch die Fragen der Aktionäre waren zum Teil nahezu identisch mit unseren Bedenken.

Etwas anders sind naturgemäß die Stop Shops zu beurteilen – hier kann man sich mit dem Argument der Kundennähe und der kurzen Wege eher einen nachhaltigen Gegenpol zum logistiklastigen Onlinehandel vorstellen.

Nachdem das Logistikportfolio erst in der Ära Schumy verkauft wurde, wäre ein allfälliges Scheitern der Retail-Strategie im Bereich „Einkaufszentren“ wohl durchaus auch Dr. Schumy anzulasten. Wir werden in diesem Bereich – auch durch Beobachtung von Expertenanalysen – weiter am Ball bleiben.