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BUWOG besiegt Immofinanz: Ursachenforschung

Dass ein vom Management ungeliebter kleinerer Unternehmensteil abgestoßen wird, passiert alltäglich. Dass dieser Teil dann innerhalb kürzester Zeit die Mutterfirma in den Schatten stellt, ja sogar imagemäßig der Lächerlichkeit preisgibt, ist hingegen äußerst selten.

Dr. Eduard Zehetner und seine damaligen Mitentscheider haben dieses unrühmliche Kunststück geschafft und erreicht, dass unsere Immofinanz  binnen nicht einmal zweieinhalb Jahren von der BUWOG völlig in den Schatten gestellt wird. Denn es ist die BUWOG, die vor kurzem Teil in jenem ATXfive ist, der für unsere Immofinanz längst keinen Platz mehr hat.

Neben der fatalen Zehetner-Fehlentscheidung des Jahres 2014, der auch der Anstoß unseren Aktionärsblog war (Wir laden Sie ein, unsere ersten Einträge dazu zu lesen), ist es aus unserer Sicht mit hoher Wahrweinlichkeit auch die de facto nicht stattfindende Kommunikation mit dem Kapitalmarkt unseres Unternehmens, die diese Entwicklung seit langem befeuert.

Denn im Unterschied zu unserer Immofinanz (der Blick auf den Unternehmenskalender mit nur zwei Kommunikationsaktivitäten bis Jahresende ist nach wie vor ernüchternd), sind die Kapitalmarktaktivitäten der BUWOG wirklich vorbildlich. CEO Riedl spult ein mehrfaches Pensum an Investorenkonferenzen und Road Shows ab als Alt-CEO Zehetner das gemacht hat und aktuell auch CEO Schumy macht.

Das ist zu wenig. Indizes lügen nicht. Und das Ranking im ATX five ist eine Quittung dafür.

BUWOG im ATX Five

Was einzelne Medien bereits vorgestern berichteten, wurde heute seitens der BUWOG bestätigt: Die BUWOG, vor dem von uns stets kritisierten Spin Off ein Teil des Immofinanz-konzerns, hat den Sprung in den ATX-Five geschafft. Sie gehört nun also zu den 5 wichtigsten Aktientitel unseres Landes.

https://www.buwog.com/de/presse/pressemeldungen/aufnahme-in-atx-five-buwog-ag-nun-unter-den-funf-grossten-borsennotierten-unternehmen-osterreichs

Zumindest in Österreich passt der Börsenumsatz (in Deutschland kann man natürlich aufgrund der Zehetnerschen Fehlkonstruktion des Spin Off auch weiterhin nur davon träumen).

Da können wir dem Management unter Herrn Riedl nur gratulieren!

Geschätzte Leser, falls Sie sich fragen, wo im ATX-Five sich unsere Immofinanz bewegt, müssen wir Sie enttäuschen. Sie ist schon länger kein Teil dieses illustren Kreises mehr. Umsatzkaiserin Immofinanz – diese Zeiten sind dank Alt-CEO Zehetner längst vorbei.

Heute wedelt der Schwanz BUWOG mit dem Hund IMMOFINANZ.

Wer hätte das gedacht.

 

Über Gagenkaiser und Umsetzungszwerge

Heutigen Medien entnehmen wir – wohl zum Ärgernis der allermeisten Aktionäre unserer Immofinanz – einmal mehr, wie sehr das Gagen-Füllhorn über den mehr als erfolglosen Alt-CEO Zehetner ausgeschüttet wurde:

Gagen

Unfassbare 3,7 Millionen Euro (inklusive skandalöserweise rückwirkend gewährter Millionenboni) für jemanden, der nur einen Scherbenhaufen hinterlassen und den Aktionären zwei dividendenlose Jahre beschert hat, hinterlassen uns jedes mal sprachlos.

Uns erscheint auch die Gage von Herrn BUWOG-Riedl als viel zu hoch. Er managt kein Industrieunternehmen sondern eine Wohnungsgesellschaft. Auch da passen die Relationen nicht. Allerdings hat Herr Riedl im Unterschied zu Dr. Zehetner eine akzeptable Performance vorzuweisen.

Gar nicht in den Rankings scheint jener Mann auf, der die Zehetner-Suppe auch weiterhin auszulöffeln hat. Dr. Schumy muss sich mit hinteren Rängen begnügen. Bei aller punktueller Kritik, die wir immer wieder haben: Dass er nur einen Bruchteil von Katastrophen-CEO Zehetner verdiente, ist obszön und skandalös.

 

BUWOG-HV

Die gestrige BUWOG-HV lieferte dank der geballten Kraft des Hauptaktionärs Immofinanz die erwarteten Ergebnisse: Künftig muss ein Aktionär, sollte er die Schwelle von 20 Prozent überschreiten, ein Pflichtangebot machen.

Wir haben schon darauf hingewiesen, dass das unserer Meinung nach aus Sicht der BUWOG strategisch wenig sinnvoll ist. Aus Sicht der Immofinanz ist es sogar hoch problematisch, da man sich de facto die Chance nimmt, ein größeres Paket an einen Einzelaktionär zu verkaufen.

Erstaunlich war nun das in den Unterlagen und in der Präsentation des AR-Vorsitzenden gebrachte Argument, warum dies denn segensbringend für die BUWOG sein soll.

Dies sei, so der AR-Vorsitzende, wichtig, da bei Gesellschaften mit hohem Streubesitz schnell jemand mit einem Minderheitsanteil dominieren könne. Und dieser Streubesitz werde ja, wenn die Immofinanz ihre Anteile monetarisiert, noch größer werden.

Das ist interessant: Das heißt wohl mit anderen Worten: Die Immofinanz hat allen ernstes vor, ihre Aktien über die Börse abzustoßen (und keinen strategischen Kernaktionär reinzuholen). Diese entlarvende Offenheit hatten wir von den Herren Eckert und Riedl nicht erwartet.

Wir dürfen uns also in den nächsten Monaten auf sinkende Kurse einstellen.

Auch das ist ein Erbe von Herrn Zehetner.

BUWOG-HV (1) – Übernahmeangst

In gut einer Woche (8.6.) findet eine außerordentliche Hauptversammlung der im letzten Jahr abgespaltenen BUWOG  statt. Die Tagesordnung ist einigermaßen bemerkenswert:

Denn analog zu den fatalen Beschlüssen auf der Hauptversammlung unserer Immofinanz soll offenbar verhindert werden, dass sich ein starker Kernaktionär für die Gesellschaft interessiert.

TOP 1 der Tagesordnung sieht diesbezügliche Beschlüsse über Satzungsänderungen vor: Ziel: Senkung der Schwelle für ein Pflichtangebot sowie neue Beschlussmehrheiten.

Was bei der Immofinanz zwar langfristig fatal, aber immerhin noch irgendwie argumentierbar war, gleitet bei der BUWOG nun vollends ins Lächerliche ab. Denn: Vor welcher Übernahme will sich die BUWOG denn schützen??? Welcher Großinvestor macht Herrn Riedl solche Angst???

Es mag vielleicht sogar sein, dass der Erwerb großer Firmernanteile nicht in jedem einzelnen Fall strikt nach rationalen Gesichtspunkten abläuft. Aber welcher Großinvestor wird so grenzenlos dumm sein, sich mit zB 25 Prozent in eine Gesellschaft einzukaufen, die er damit nicht einmal ansatzweise kontrollieren kann? Denn es gibt ja, wie wir alle wissen, einen dominanten 49%-Aktionär: Unsere Immofinanz.

Man schafft also absurde Regeln um Ereignissen vorzubeugen, die so sicher nie eintreten werden.

Allerdings hat eine derartige Satzungsänderungen massive Implikationen auf den derzeitigen Kernaktionär Immofinanz – mit weitreichenden und nachteiligen Folgen. Dazu mehr nächste Woche.

LESERBEITRAG – der 49% BUWOG-Anteil

Ein Leser hat uns einen kurzen Input zu unserem gestrigen Beitrag übermittelt. Diesen Eintrag finden Sie hier.

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Danke, dass Sie neben aller berechtigten Kritik an Aktienkurs und ungesunder Russland-Fixierung eines der Hauptprobleme der Abspaltung der BUWOG ansprechen.

Diese Frage wurde bislang von Herrn Zehetner und Herrn Riedl immer umschifft.

Meine konkrete Befürchtung ist, dass es nur die Option eines Verkaufs der Anteile über die Börse gibt. Denn kein vernünftiger Mensch hätte den Weg eines Spin-Offs gewählt, hätte er einen großen Investor für die BUWOG an Land ziehen wollen. Dafür hätte man dieses ganze und teure Brimborium nicht gebraucht. Das wäre innerhalb der Immofinanz-alt wesentlich unkomplizierter und einfacher gewesen.

Gesetzt den Fall, dass sich das Management beim Spin Off  überhaupt irgendwas gedacht hat (es fielen mir noch ganz andere Begriffe ein), wird man sich als BUWOG-Aktionär wohl auf einen sukzessiven Verkauf über die Börse (und dem von Ihnen angesprochenen Druck auf den Kurs) abfinden müssen.

Ein Drama mit Anlauf.

Es sei denn, es gibt doch diesen „Oligarchen-Weg“. Aber sollte dieser kommen, müsste man die Vorbereitungshandlungen (= die Abspaltung) als sinnlos, kontraproduktiv und nahe am Befugnismissbrauch qualifizieren.

Weitere „Sudereien“: Update zum Frankfurt-Flop

Einerseits sind wir erfreut, dass auch Herr Zehetner zu den aufmerksamen Lesern unseres Blog gehören dürfte, andererseits sind wir etwas enttäuscht, wie er sachliche (und – wie wir glauben – fundierte) Kritik hier oder etwa auch von anderen Aktionären auf www.boerse-express.com oder anderen Plattformen heute in einem Interview im Wirtschaftsblatt als „Sudereien“ (dt. „Jammerei“, „Nörgelei“) diffamiert.

Herr Zehetner, an dieser Stelle dürfen wir Ihnen sagen, dass wir es keineswegs für eine Suderei halten, wenn man zB das, was wir Aktionäre anstelle der Anstelle der Dividende bekommen haben (den BUWOG-Spin-Off mit Frankfurt-Notiz) einer kritischen Würdigung unterzieht.

Wir haben bereits ausführlich über die Frankfurt-Notiz und die traurige Entwicklung der gehandelten Aktien (im Schnitt lediglich 4000 Stück pro Tag) berichtet. Wie richtig wir mit unserer „Suderei“ lagen, zeigt ein Update mit aktuellen Zahlen: Weitere „Sudereien“: Update zum Frankfurt-Flop weiterlesen