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Berichterstattung im aktuellen „Trend“

Der aktuelle „Trend“ (Ausgabe Nr 5/2017) greift angesichts der tristen Lage unserer Immofinanz eine ganze Reihe von uns seit langem artikulierter Themen auf. Der geschätzte Journalist dürfte sich bei der Recherche recht intensiv mit unserem Blog beschäftigt haben.

So werden im überaus informativen Artikel „Russisches Roulette“ (Print, noch nicht online)  folgende Sachverhalte thematisiert:

  • Dramatischer Kursverlust unserer Immofinanz:
    • „Die Aktionäre des heimischen Immobilienkonzerns Immofinanz haben wenig zu lachen. Während alle anderen Immobilienaktien in Österreich schon länger eine überdurchschnittliche Performance zeigen, geht es mit deren Aktie bergab“ Der Artikel verweist auf die Mitbewerber Conwert, S-Immo und CA-Immo. Unseren diesbezüglichen Blogeintrag finden Sie hier.
  • Des weiteren wird die jüngste Wandelanleihe kritisiert. Den Blogeintrag darüber und den folgerichtigen Kurssturz finden Sie hier.
  • Die Unmutsäußerungen des Investmentbankers Klaus Umek (Petrus Advisors) haben die Leser unseres Blog hier auch bereits gelesen.
  • Das Russland-Portfolio mit dem weiteren möglichen Abwertungsbedarf wird im Artikel als größtes Problem ausgemacht – auch das sehen wir ebenso, wie Sie hier noch einmal nachlesen können.

Insgesamt freut es uns, wenn wir vermehrt von Journalisten als Anlaufstelle und Recherchegrundlage genutzt werden. Noch mehr würde es uns allerdings freuen, wenn der Kurs der Aktie – wie es auch der Autor des Artikels erhofft – endlich nach oben gehen würde.

Halbjahresbericht

Gestern nach Börsenschluss veröffentlichte unsere Immofinanz wie angekündigt die Halbjahreszahlen. Heute früh wurde dann auch der Quartalsbericht nachgeliefert.

Wir werden das Konvolut in den nächsten Tagen in gewohnter Weise für unsere Leser analysieren. Die überaus unbefriedigenden Zahlen waren leider im Rahmen unserer bescheidenen Erwartungen. Für andere Aktionäre dürften diese Zahlen aber dann doch überraschend gewesen sein – die Aktie unserer Immofinanz brach heute um 5 Prozent (!) ein.

Besonders düster sieht die Lage nach wie vor in Russland aus – und das, obwohl sich der Rubel sichtlich erholt hat und sich auch andere volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen langsam verbessern. Das in der mit dem Quartalsbericht mitgelieferten Präsentation präsentierte Russland-Chart sieht so aus.

Gegenüber den letzten desaströßen Monaten ist dieses Quartal eine erneute Ernüchterung. Um eine nochmalige deutliche Abwertung des Russlandportfolios wird man so kaum herumkommen. Kein Wunder, dass mit den Halbjahreszahlen wegen Russland auch die Fusion mit der CA Immo nach hinten verschoben wurde.

Abseits des von Dr. Zehetner hauptverschuldeten Russlanddesasters sehen wir auf den ersten Blick einiges an Schatten, aber auch etwas Licht.

Wir werden Sie in den Tagen vor Weihnachten noch in gewohnter Weise mit Analysen versorgen.

 

Aktueller „Trend“ – Die Schumy/Pecik-Connection

Ein weiterer – überaus interessanter – Aspekt im aktuellen Trend ist ein anonymer Informant, der berichtet, dass rund 10 Millionen Euro an Transaktionskosten beim BUWOG-Spin-Off an einen Bekannten von Herrn Schumy, den Investor Ronny Pecik geflossen seien.

Trend weiter: „Die Kosten entsprächen marktüblichen Usancen, heißt es dazu aus der Immofinanz. Ob tatsächlich Pecik der Profiteur war, wollte man nicht verraten. Mit dem Transaktionspartner sei eine Verschwiegenheitserklärung abgeschlossen worden“.

Wir sehen hier per se noch keinen Skandal, sofern die Auswahl des Dienstleisters und die Leistungserbringung in Ordnung waren. Das können wir nicht beurteilen. Und bekannt ist im kleinen Österreich schnell einmal jemand mit jemandem. Das ist ja auch der Grund, warum wir zum Eigenschutz auch die Anonymität vorziehen müssen.

Aber mehr Transparenz täte unserer Immofinanz auch hier jedenfalls gut, vor allem, wenn die Aktionäre im Vorfeld der Verschmelzung mit der CA Immo und möglicher weiterer Russland-Abwertungen weiter Vertrauen in das Management haben sollen.

Aktueller „Trend“ – Kritik an Schumy / Abwertung Russland?

Der aktuelle Trend (Ausgabe 46) widmet sich ausführlich unserer Immofinanz und wartet mit ungewöhnlich starker Kritik am Management von Dr. Schumy auf.

Er agiere – so heißt es im Artikel – „autoritär, dulde keine Kritik und sei konfliktscheu“. Sogar bei der CA-Immo, die mit Vorgänger Zehetner auf Kriegsfuß stand, weine man diesem sogar eine Träne nach.

Das wagen wir fast zu bezweifeln. Bemerkenswert ist die harsche Schumy-Kritik im Artikel, die offensichtlich von mehreren Seiten kommt, dennoch. Auch unser Blog, das freut uns besonders und bestärkt uns, findet in diesem Artikel Erwähnung.

Unsere Kritik an der nicht nachvollziehbaren Osteuropa-Strategie, an der Kapitalmarktkommunikation und am Aktienkurs wird aber offensichtlich auch von weiteren Kritikern geteilt.

Alle Alarmsirenen zum Leuten sollte aber folgendes Zitat bringen:

TREND über den Merger Immofinanz / CA-Immo und eine Einschätzung der Analysten von HSBC: „Eines der Hauptprobleme, das die Banker sehen, ist der Verkauf des kriselnden Russland-Geschäfts, den Schumy zur Bedingung für den Merger gebracht hat. Die Immofinanz hat Russland mit 1,1 Milliarden Euro in den Büchern, die Banker messen den 5 dortigen Shopping-Malls aber höchstens einen Wert von 600 bis 800 Millionen bei.

Sollte dem, geschätzte Leser, so sein, droht genau jenes Szenario einzutreten, vor dem wir bereits – angesichts der ersten massiven Russland-Abwertung (damals von 1,6 Milliarden auf 1,1 Milliarden) – warnten: Es könnte eine weitere massive Russland-Abwertung drohen. Und das trotz sich erholender geopolitischer Lage (Trump-Verhältnis zu Putin), Stimmen nach Sanktions-Ende und Rubelkurs-Erholung.

Dieses Szenario wird uns jedenfalls noch weiter beschäftigen.

 

 

Verkauf Russlandportfolio: Berater ausgewählt

Wie ein russisches Medium berichtet, wurde mit CBRE mittlerweile ein Berater ausgewählt, der mithelfen soll, das Russland-Portfolio zu veräußern

http://kommersant.ru/doc/3112742 (Text auf Russisch)

Die Erwartungshaltung unserer Immofinanz liegt jenseits einer Milliarde Euro – der Buchwert wird mit etwa 1,1 Milliarden beziffert.

Man wird sehen, ob sich um diesen Preis und angesichts der aktuellen Lage überhaupt Interessenten finden. Wir sind skeptisch. Die Frage, die an dieser Stelle bereits mehrfach aufgeworfen wurde: Macht ein Spin Off angesichts der Situation hier nicht mehr Sinn? Leider war man auf der Hauptversammlung diesbezüglich mehr als zugeknöpft.

Die Auswahl eines Beraters deutet wohl auf eine Verkaufspräferenz hin. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

 

 

Hauptversammlung: Das Problem Russland

Wie bereits in unserem Kurzbeitrag letzte Woche angesprochen, nahm Russland recht breiten Raum in der Hauptversammlung ein. Wie schon in den letzten 2 Hauptversammlungen diente Russland als Universalausrede für das operativ schlechte Geschäft. Die Aktionäre relativierten das in ihren Wortmeldungen einigermaßen, in dem sie etwa auch auf andere Baustellen hinwiesen – etwa die schlechte Auslastungssituation im Bürosektor oder eine hinterfragenswerte Retail-Strategie (im Detail dazu mehr in den nächsten Tagen).

In der Problemanalyse war Dr. Schumy sehr präzise: Russland hat ein völlig anderes Risikoprofil als der Rest unserer Immofinanz  und deshalb muss man sich dringend was überlegen.

Damit folgt das Management im Wesentlichen dem, was wir seit 2 Jahren sagen: Dr. Zehetner hat die (konservative) BUWOG zu einem Zeitpunkt abgespalten, als Russland bereits mitten in einer tiefen Krise war. Er hat damit sehenden Auges eine Schieflage mit einem High-Risk-Übergewicht erzeugt, an dem seither der Aktienkurs und das Vertrauen von institutionellen Investoren leiden.

In der Problemanalyse liegt das aktuelle Management also richtig. Wie die Lösung aussehen soll – Verkauf oder Spin Off – dazu blieb man sehr schmallippig und vage. Wir vertreten die Ansicht, dass im Unterschied zur BUWOG durchaus ein Spin Off Sinn machen könnte – wenn er richtig gemacht wird.

Wir teilen in diesem Zusammenhang auch die von zahlreichen Aktionären artikulierte Sorge, dass das Herauslösen (bzw. der Verkauf) des Russland-Teils nun zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt erfolgen könnte.  Damit würde sich der von Dr. Zehetner verursachte und sich bis heute hinziehende Schaden zu einem Milliardengrab potenzieren.

Vor diesem Hintergrund fanden wir folgendes, von einem Aktionär artikulierte Gerücht bemerkenswert: Demnach – so der Aktionär –  könnten die noch vor dem Immofinanz-Einstieg in den CA-Immo-Aufsichtsrat gewählten Vertrauensleute der russischen Haupteigner so lange in der CA Immo verharren und unserer Immofinanz das Leben schwer machen, bis die Immofinanz das Russland-Portfolio (billig) an eben diese Gruppe verscherbelt hat.

Wir werden dieses unkommentiert gebliebene Gerücht weiter im Auge behalten und sehr darauf achten, dass das aktuelle Management nicht einen schweren Fehler vollendet, den der Vorgänger hauptverantwortlich verursacht hat.

Quartalsbericht: Mieterlöse like-for-like

Die like-for-like-Betrachtung der Mieterlöse zeigt, dass neben Russland mittlerweile Österreich der zweite große Problemmarkt geworden ist – hier sind die Mieteinnahmen in prozentuell gleichem Ausmaß wie in Russland rückläufig (Folgende Darstellung auf Seite 13 des Quartalsberichtes):

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Sowohl in Russland als auch in Österreich brachen die Mieterlöse um jeweils rund 5% ein. Mit dem Unterschied, dass auf die Rückgänge in Österreich überhaupt nicht eingegangen wird. Weder gibt es einen beschreibenden Hinweis darauf in dem Absatz oberhalb der Tabelle, noch im Rest des Quartalsberichtes (ganz im Unterschied zu Russland, wo seit mittlerweile geraumer Zeit auf die „temporären Mietreduktionen“ hingewiesen wird).

Das ist leider so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir uns im Vorfeld an Information erhofft hätten. Die Leerstandsproblematik in Wien ist evident (Wienerberg, Gaudenzdorfer Gürtel). Dass sich darauf kein Hinweis und dementsprechend keine Information darüber findet, wie man gegensteuern will, ist enttäuschend.

Auf der Hauptversammlung nächste Woche wird man sich über diese Thematik nicht so einfach hinwegsetzen können. Wir hoffen, in Bezug auf Informationspolitik nicht einen Rückfall in alte Zehetner-Zeiten zu erleben zu müssen. Das wäre schade.

Quartalsbericht Q1

Gestern nach Börsenschluss veröffentlichte unsere Immofinanz wie angekündigt die Quartalszahlen. Heute früh wurde dann auch der Quartalsbericht nachgeliefert.

Wir werden das Konvolut in den nächsten Tagen in gewohnter Weise für unsere Leser analysieren. Die Zahlen waren leider im Rahmen der bescheidenen Erwartungen.

Besonders düster sieht die Lage nach wie vor in Russland aus – und das, obwohl sich der Rubel sichtlich erholt hat und sich auch andere volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen langsam verbessern. Das in der mit dem Quartalsbericht mitgelieferten Präsentation präsentierte Russland-Chart sieht so aus (Seite 7)

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Gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres sind die Mieten (und die anderen Kennzahlen) noch einmal deutlich eingebrochen. Das abermalige Minus von über 6 Prozent ist eine herbe Enttäuschung. Dies ist kein gutes Omen im Hinblick auf die Bestrebungen des Managements, sich vom Russland-Portfolio trennen zu wollen.

Für uns ist erfreulich, dass zumindest Dr. Schumy erkannt hat, was eigentlich das Hauptproblem an Russland ist: Das Risikoprofil, das sich durch die seit dem BUWOG-Spin Off herrschende Russlandlastigkeit dramatisch verändert hat (trotz massiver Abwertungen immer noch 25 Prozent der gesamten Immofinanz):

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Mit der fast wortwörtlichen Übernahme unserer Risikoprofil-Argumentation aus dem Jahr 2014 liegt Dr. Schumy jedenfalls mehr als richtig.

 

Aktienkurs (3) – der BREXIT-Crash

Seit Beginn unserer Aktivitäten vor nunmehr 30 Monaten ist ein Trend deutlich zu beobachten: Die Aktie unserer Immofinanz verliert kontinuierlich und nachhaltig im Vergleich zur Peer Group.

Erst vor wenigen Tagen beobachteten wir anhand der österreichischen Peer-Aktien Conwert und CA Immo einen längeren Zeitraum.

Heute zeigen wir Ihnen, geschätzte Leser, die Auswirkungen des BREXIT-Votums auf diese drei Aktien. Und wieder ist es unsere Immofinanz, die mit Abstand am meisten verloren hat.

brexit

Während das Papier unseres Unternehmens nach wie vor seit dem schwarzen Freitag zweistellig im Minus ist, hat das Conwert-Papier den BREXIT-Schock bereits wieder aufgeholt. Der jahrelange Kursprimus CA-Immo leidet seit dem Immofinanz-Einstieg sichtlich, hat aber trotzdem nur weniger als die Hälfte des Kursverlustes unserer Immofinanz zu verzeichnen.

Wir fragen uns: Warum ist das so? Warum kann man mittlerweile mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass bei jedem exogenen Börsenschock unsere Immofinanz am meisten leidet?

Kann wirklich das nach wie vor ungelöste Russland-Exposure als einzige Erklärung dafür herhalten? Wir haben unsere Zweifel. Zum einen erschließt sich der Zusammenhang zwischen BREXIT und Russland nicht wirklich, zum anderen steigt der Ölkurs mittlerweile seit Monaten. Das sollte – wie es immer betont wurde – ja ebenso die Russland-Lage entschärfen.

Was ist also der wahre Grund für dieses stets überproportionalen Abschläge unserer Aktie bei solchen Ereignissen? Möglicherweise hat das unsägliche Werken des Alt-CEO Zehetner für einen noch nachhaltigeren Vertrauensverlust bei Investoren verursacht, als man bislang angenommen hat. Und möglicherweise werden die Aufräumarbeiten des neuen Managements auch noch nicht so beurteilt, wie es sich wir Aktionäre wünschen würden.

Russland-Spin-Off

Mit Interesse verfolgten wir heutige Medienberichte, wonach man im Management unserer Immofinanz ernsthaft überlegt, die Russland-Teile über ein Spin-Off auszugliedern und man sich damit aber Zeit lassen wolle.

http://wirtschaftsblatt.at/archiv/printimport/5036305/Kaeufer-rittern-um-RusslandPortfolio

Wir haben vor einigen Tagen explizit eine derartige Überlegung als sehr sinnvoll begrüßt. Vielleicht konnten wir sogar dem ein oder anderen unserer aufmerksamen Leser eine Anregung mitgeben. Das würde uns freuen. Denn hier würde ein kompletter Spin-Off im Unterschied zur BUWOG wirklich Sinn machen.